Obdachlose in Gent erhalten jetzt ein Dokument, das ihre Obdachlosigkeit offiziell belegt

Ab sofort stellt die Stadt Gent Obdachlosen ein Dokument zur Verfügung, mit dem sie der Polizei beweisen können, dass sie tatsächlich obdachlos sind und keine feste Bleibe haben. Die Stadt tut dies, um zu verhindern, dass Obdachlose von der Polizei mit einer Geldstrafe belegt werden, wenn sie sich zu lange am selben Ort aufhalten. 

Um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen, sollte jeder so weit wie möglich in der eigenen Wohnung bleiben, aber das ist für die Obdachlosen natürlich schwierig. Sie sitzen manchmal stundenlang auf einer Bank und werden nun oft von der Polizei weggeschickt.

Die Stadt Gent, in der Provinz Ostflandern, will dies von nun an anders angehen: Der Stadtverwaltung stellt den Obdachlosen ein Dokument aus, welches belegt, dass sie keine gemeldete Adresse haben und das sie ab sofort der Polizei zeigen können. "Unsere Polizisten sprechen diese Menschen jetzt ständig an, weil sie auf Bänken rumsitzen, und fordern sie auf, aufzustehen und wegzugehen ", sagt der Stadtrat für Sozialpolitik Rudy Coddens (SP.A) in den VRT-Fernsehnachrichten.

"Für die Obdachlosen ist das schwierig. Daher diese Maßnahme: Wenn sie das neue Dokument vorlegen, wird die Polizei ihre Situation verstehen und sie in Ruhe lassen. Natürlich müssen sie, wie alle anderen auch, die Regeln der sozialen Distanzierung respektieren".