Nicolas Maeterlinck

Mehr Verstöße gegen die Corona-Vorschriften: Die Polizei ist beunruhigt

Seit Beginn des Osterwochenendes gehen in mehreren Polizeizonen immer mehr Meldungen über Personen ein, die sich nicht an die Corona-Vorschriften halten. Es gibt mehr Menschen auf den Straßen, es wird viel eingekauft, und die Leute organisieren zu Hause Partys. Polizeichef Dirk Claes von der Polizeizone Bilzen-Hoeselt-Riemst schlägt Alarm: "Die Bürger dürfen nicht denken, dass alles wieder in Ordnung ist und dass schlimmste hinter uns liegt. Ich befürchte, dass sich das, was an diesem Wochenende geschieht, in den Infektionszahlen der nächsten Woche niederschlagen wird". Auch der Virologe Marc Van Ranst rief gestern Abend in "Het Journaal" (dt.: Fernsehnachrichten der VRT) zu mehr Bürgersinn auf: "Ich verstehe die Ausgangssperremüdigkeit, aber wir müssen die Maßnahmen weiterhin respektieren. Wenn nicht jeder sein Bestes gibt, wird die Kurve wieder ansteigen".

Das Osterwochenende, das schöne Wetter und die Lockdownmüdigkeit (viele sind es leid, nur in ihrer Wohnung zu bleiben): Es ist ein gefährlicher Cocktail, der zu mehr Menschen auf die Straße bringt und zu wilden Partys in den Häusern der Menschen führt, berichten einige Polizeibezirke.

Mehr Anrufe bei der Polizei

Dirk Claes ist Polizeichef des Polizeibezirks Bilzen-Hoeselt-Riemst in Süd-Limburg. Diese Zone grenzt an Maastricht und liegt in der Nähe von Sint-Truiden und Alken, die beide stark vom Coronavirus betroffen sind. Claes und sein Korps sind besorgt über die Zunahme der Meldungen seit gestern: "Der Verkehr ist reger als in den letzten Tagen, also gibt es zweifellos mehr nicht-zwingend notwendige Autofahrten".

"Wir erhalten auch mehr Berichte von Menschen, die nach einem Besuch im Supermarkt besorgt sind, weil dort der Sicherheitsabstand nicht eingehalten wurde", stellt Claes fest. "Und dann gibt es die Partys bei den Menschen zu Hause, vor allem abends, worüber die Nachbarn sich Sorgen machen. Gestern Abend hatten wir wieder einen Einsatz, bei einer Party mit Lärmbelästigung".

"Was mich auch beunruhigt, ist, dass wir nicht alle Meldungen überprüfen können", fährt er fort. "Mit unserer Kapazität ist es unmöglich, immer und überall zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein. Aber wir bleiben wachsam und reagieren so gut wir können. Zum Glück haben wir derzeit nicht viele Krankmeldungen in unserem Korps".

Gestern Abend hatten wir wieder einen Einsatz, bei einer Party mit Lärmbelästigung
Polizeichef Dirk Claes

Ätzende Kommentare

Nicht nur, dass die Polizei in Bilzen-Riemst-Hoeselt öfter eingreifen muss, die Beamten müssen sich auch immer häufiger mit negativen und ätzenden Äußerungen auseinandersetzen. „Wir haben hierum auch nicht gebeten", seufzt Claes. „Die Leute denken, dass die Polizei übertreibt, dass wir zu streng sind, dass die Regierung dies nur tut, um den Leuten ihr Geld abzunehmen".

„Wir mögen es absolut nicht, wenn wir eingreifen müssen", fährt er fort. "Fast jeder bei uns hat Kinder oder Menschen, für die er verantwortlich ist, und auch unsere eigene Gesundheit ist gefährdet. Die Kollegen sind besorgt".

Trotz herrlichem Osterwetter: „Bleiben Sie daheim“

Trotz des sonnigen Wetters an diesem langen Osterwochenende ist es wichtig, dass wir alle weiterhin die Corona-Vorschriften respektieren. Gestern Abend betonte der Virologe Marc Van Ranst in „Het Journaal" (Die Fernsehnachrichten der VRT): „Ich verstehe die Ausgangssperremüdigkeit. Niemand sitzt gerne drinnen, aber die Maßnahmen müssen bleiben, was sie sind, und sie müssen auch befolgt werden".

„Die Zahl der Krankenhauseinweisungen und der Intensivstationpatienten geht ganz leicht zurück, aber dieser Trend ist sehr zerbrechlich. Wenn wir nicht alle unser Bestes geben, steigen diese Zahlen wieder an.  Wir brauchen mehr Bürgersinn, damit das nicht geschieht", sagte Van Ranst. Auch Polizeichef Claes schließt sich ihm an: „Die Bürger dürfen nicht denken, dass wieder alles in Ordnung ist und dass schlimmste hinter uns liegt. Ich befürchte, dass sich das, was an diesem Wochenende geschieht, in den Infektionszahlen der nächsten Woche niederschlagen wird".

Ich verstehe die Ausgangssperremüdigkeit. Niemand sitzt gerne drinnen, aber die Maßnahmen müssen bleiben, was sie sind.

Virologe Marc Van Ranst in „Het Journaal"
HANS PUT