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Bei Fettleibigkeit ist das Risiko höher, am Coronavirus zu sterben

Übergewichtige Menschen haben ein viel höheres Risiko, wenn sie mit dem Coronavirus infiziert sind. Mehrere Ärzte, die auf der Intensivstation arbeiten, haben das festgestellt.

Dafür gibt es zwar noch keine wissenschaftlichen Beweise, aber es ist etwas, das in den letzten Wochen in verschiedenen Intensivstationen beobachtet wurde: Viele mit dem Coronavirus infizierte Patienten sind übergewichtig. Zudem sterben mehr übergewichtige Coronapatienten als normalgewichtige Coronapatienten.

Die hier verstorbenen Patienten hatten einen durchschnittlichen BMI von 33, die geheilten Patienten haben einen durchschnittlichen BMI von 27“

Es ist eine Tendenz, die auch im Universitätskrankenhaus von Brüssel zu beobachten ist. Seit dem Ausbruch der Epidemie wurden dort 80 Menschen auf der Intensivstation behandelt.  "Die 13 Patienten, die hier starben, hatten einen durchschnittlichen BMI (Body mass index) von 33", erklärt Dr. Manu Malbrain. "Die Patienten, die das Krankenhaus verlassen durften, hatten einen durchschnittlichen BMI von 27, und die Patienten, die noch auf der Intensivstation behandelt werden, haben einen durchschnittlichen BMI von 30.“

Das hat u.a. mit Beatmungsproblemen zu tun

"Jedenfalls sind übergewichtige Menschen anfälliger und leiden mit größerer Wahrscheinlichkeit an Herzproblemen, Diabetes, Bluthochdruck... Diese Leute haben von Anfang an schlechtere Chancen", so Dr. Malbrain.

Doch dahinter steckt noch mehr: "Wenn wir Menschen auf die Intensivstation bringen, geben wir ihnen einen Baxter. Das ist kein unschuldiger Sack Wasser, und bei übergewichtigen Menschen sehen wir oft eine Ansammlung von Salz und Feuchtigkeit. Im Laufe der Zeit kann sich der Druck im Bauchraum erhöhen, wodurch das Zwerchfell nach oben gedrückt und die Beatmung erheblich erschwert wird".

Malbrain macht sich deshalb auch Sorgen um die Länder mit vielen übergewichtigen Personen. "In den Vereinigten Staaten sind 60 Prozent der Bevölkerung übergewichtig, was sicherlich eine Rolle für das Ergebnis spielen wird, wenn diese Menschen an ein Beatmungsgerät angeschlossen werden."

Der Arzt hat deshalb noch eine klare Botschaft für uns alle: "Ich höre in den Nachrichten, dass das Backpulver ausgegangen ist und die Leute nun Skype massenhaft für ein Skype-Aperitif nutzen. Sehr schön, aber lassen Sie uns das in Maßen tun. Übrigens ist es nie zu spät, um mit einer guten Diät anzufangen.“