Christliche Gewerkschaft fordert Mundschutzmasken für das gesamte Personal in Flanderns Pflege- und Altenheimen

Nach Abgaben der christlichen Gewerkschaft ACV halten mehrere Alten- und Pflegeheime im belgischen Bundesland Flandern Tausende Mundschutzmasken unter Verschluss. Bei der ACV heißt es dazu, dass die jeweiligen Direktionen diese Masken so lange nicht nutzen wollen, wie sie nicht wissen, wer sich mit Covid-19 angesteckt hat und wer nicht. Die Gewerkschaft hält dies für unzulässig und fordert Mundschutzmasken für das gesamte Personal in solchen Einrichtungen und erst recht in den Pflegeheimen des öffentlichen Dienstes. 

„Uns erreichen in den vergangenen Tagen viele Signale von Mitarbeitern in Pflege- und Seniorenheimen des öffentlichen Dienstes in Flandern, nach denen sie noch immer ohne Schutzmasken arbeiten müssen“, sagte Jan Mortier von ACV „Öffentlicher Dienst“ am Dienstagmorgen gegenüber VRT NWS.

Zunächst sei man davon ausgegangen, so Mortier, dass dies an einem Mangel an Mundschutzmasken liege: „An einigen Stellen kann das in der Tat so sein, doch in bestimmten Wohnheimen gibt es ausreichend Masken. Allerdings weigert sich die Direktion dort, diesem dem Personal zu geben.“ 

Dabei soll es sich in erster Linie um Einrichtungen handeln, in denen bisher keine oder nur sehr wenige Coronafälle aufgetreten festgestellt worden seien: „Laut den Richtlinien der flämischen Gesundheitsbehörde müssen für Pflegepersonale, die selbst keine Symptome aufweisen, keine spezifischen Schutzmittel vorgesehen werden. Auf diese Weise will man vermeiden, dass ein Mangel auftritt. Allerdings weiß man noch nicht, wer sich angesteckt hat und wer nicht.“

ACV „Öffentlicher Dienst“ begrüßt, dass in den kommenden Tagen und Wochen umfassende Coronatests in den Pflegeeinrichtungen in Flandern stattfinden (siehe nebenstehenden Beitrag), schlägt jedoch vor, die bestehenden Richtlinien dahingehend anzupassen, dass jeder der dort beschäftigten Mitarbeiter, die im Prinzip direkten Kontakt zu Bewohnern haben, Recht auf Schutzmaterial hat.

Vorläufig hält die flämische Gesundheitsbehörde an ihrer derzeitigen Vorgehensweise fest und zudem will man dort keine Kenntnis darüber haben, dass und wo Mundschutzmasken vorgehalten werden. Man folge dem Rat der Wissenschaftler und wolle deshalb sparsam mit solchem Material umgehen, weil man ja auch nicht weiß, wie lange die Coronakrise noch dauern werde.