Covid-19: WHO deutet Lütticher Flughafen als internationales Vertriebszentrum für medizinisches Material an

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat den Lütticher Regional- und Cargoflughafen in Bierset zu einem der acht internationalen Vertriebs- und Verteilungsflughäfen für medizinisches Material bestimmt. Gerade jetzt in diesen Coronaviruszeiten spielt dieser Flughafen schon eine wichtige Rolle im Import und bei der Verteilung von Mundschutzmasken, Covid-19-Testkits und Beatmungsgeräten für Kliniken in Europa eine wichtige Rolle. 

Neben Lüttich/Bierset hat die WHO weltweit sieben weitere Flughäfen in China, Südafrika, Panama, in den Vereinigten Arabischen Emiraten, Ghana, Äthiopien und in Malaysia zu solchen Vertriebszentren bestimmt. Über diese Vertriebsflughäfen will die WHO in Zukunft monatlich rund 100 Millionen Mundschutzmasken, ebenso viele Paare Schutzhandschuhe und 25 Millionen Beatmungsgeräte im Kampf gegen das Coronavirus verteilen.

An diesen Standorten sollen das Rote Kreuz und andere Partner der WHO die dort vorhandene Infrastruktur nutzen, um im Kampf gegen Covid-19 medizinisches Material an Kliniken und andere Einrichtungen zu verteilen, in denen Covid-19-Patienten behandelt werden können.

Bert Selis, der kommerzielle Direktor des Lütticher Flughafens, sagte am Dienstagmorgen gegenüber VRT NWS, dass dieser Standort von der WHO sorgfältig ausgewählt worden sei: „Die WHO hat die Erwartungen der größten Notwendigkeiten erfasst und dabei die Warenströme deutlich analysiert, die in den kommenden Wochen und Monaten geliefert werden müssen. Dabei sind sie auch auf Lüttich gekommen.“ 

Wir erwarten Extraflüge die Tag und Nacht, in der Woche und am Wochenende stattfinden können, so lange diese Krise andauert.“

Bert Selis, kommerzieller Direktor des Lütticher Flughafens

Warum ist der Lütticher Cargoflughafen gerade in dieser Hinsicht so geeignet? „Dort ist sowieso schon eine große Kapazität verfügbar und wir können zusätzliche Charterflüge einlegen. Wir verfügen über eine große Flexibilität. In der vergangenen Woche haben wir zum Beispiel auch eine zusätzliche Lagerhalle geöffnet, um humanitäre Charterflüge annehmen zu können“, so Selis.

Nach Angaben von Bert Selis werden die bestehenden Verbindungen mit China und Afrika weiter ausgebaut und intensiviert. Wir erwarten Extraflüge die Tag und Nacht, in der Woche und am Wochenende stattfinden können, so lange diese Krise in bestimmten Teilen dieser Erde andauert.“

Die WHO macht zu diesem Zweck in einer ersten Phase ein Budget von 280 Mio. € frei und chartert auch selbst Cargoflüge, die an den von ihnen bestimmten Standorten landen und starten. Aber, sie kauft auch Lagerraum und Frachtkapazitäten auf bestehenden Linien und an anderen Hubs weltweit. In den vergangenen Wochen waren in Lüttich mehrere Flüge vor allem aus China gelandet, die medizinisches Material, z.B. Mundschutzmasken, für Belgien und für andere Länder in Europa an Bord hatten.