Electrabel fordert, die Laufzeit für zwei Atomkraftreaktoren in Belgien über 2025 hinaus zu verlängern

Der Energie-Multi Electrabel fordert von Belgiens Premierministerin Sophie Wilmès (MR), dass sich ihre Not- und Vollmachten-Regierung  Rasch zu einer Entscheidung zur Verlängerung der Laufzeit der hiesigen Atomkraftwerke durchringt. Diese Laufzeit soll über 2025 hinausgehen. Eigentlich ist für diesen Termin der Atomausstieg in Belgien per Gesetz vorgesehen.  Nach Meldungen der beiden belgischen Wirtschaftszeitungen „De Tijd“ und „L'Echo“ hält Electrabel die Coronakrise für ein vorläufig weiter an der Atomkraft festzuhalten.

Electrabel fordert laut „De Tijd“ und „L'Echo“ in einem Schreiben an die Premierministerin eine rasche Lösung in Sachen Laufzeitverlängerung der beiden jüngsten Reaktoren Doel 4 und Tihange 3 in den jeweiligen gleichnamigen Kernkraftwerken bei Antwerpen und Lüttich über 2025 hinaus. Laut Gesetz müssen        alle sieben Atomreaktoren in den beiden Kraftwerken bis 2025 abgeschaltet werden.

Nicht nur der Energiesektor befürchtet, dass unser Land ohne alternative Energiekapazität ein Stromversorgungsproblem haben wird. Die belgische Bundesregierung arbeitet seit einiger Zeit an einer Förderung von neuen zusätzliche Gaskraftwerken, doch ob diese bis zum Atomausstieg 2025 am Netz sein können, wird von vielen hierzulande bezweifelt.

Das Management von Electrabel, ein belgisches Tochterunternehmen des französischen Mischkonzerns Engie, bittet gemeinsam mit dem Vorstand eben dieses Konzerns um ein Treffen mit Premierministerin Wilmès, spätestens am Ende der Coronakrise. Electrabel übt damit Druck auf die Regierung in Brüssel aus. Diese Frage müsse bis zum Ende des laufenden Jahres geklärt sein, sonst  sei es nicht mehr möglich, rechtzeitig zu investieren, um die Lebensdauer der beiden oben genannten Meiler über 2025 hinaus zu verlängern.

Premierministerin Wilmès reagierte auf dieses Drängen ungehalten und sprach von einem schlechten Timing. Das sei nicht gerade der geeignete Zeitpunkt, um über ein solches Thema zu reden und erst recht nicht, wenn man verlange, bis zum Jahresende eine Entscheidung zu treffen. Es sei nicht unbedingt angemessen, ausgerechnet Mitten in einer Krise, wie diese Corona-Epidemie, derartig vorzugehen, so Wilmès.