Premierministerin Wilmès unsichtbar? „Wenn es nötig ist, dann bin ich da. Aber nur dann“

In den vergangenen Tagen und Wochen wurde Kritik an Belgiens Premierministerin Sophie Wilmès (MR - Foto) laut. Die frankophone Liberale sei zu wenig sichtbar, hieß es und gerade jetzt, während dieser Coronakrise, müsse jemand da sein, der das Land führe. Wilmès parierte diese Kritik am Donnerstag gegenüber VRT NWS: „Ich kommuniziere, wenn etwas wichtiges gesagt werden muss. Ich verstehen, dann man sich die Frage stellt, ob ich mehr präsent in den Medien sein muss, doch viel wichtiger ist die Tatsache, dass ich arbeite.“

Premierministerin Wilmès ist zumeist dann im Fernsehen zu sehen, wenn der Nationale Sicherheitsrat tagt bzw. im Rahmen der darauf direkt folgenden Pressetermine. Ansonsten tritt sie selten in den Medien auf und gerade dies bringt ihr Kritik ein. Sie sei unsichtbar, heißt es, doch Wilmès verteidigte ihre Arbeitsweis am Donnerstagmorgen gegenüber dem VRT-Sender Radio 1:

„Ich bin heute hier und war gestern bei den TV-Sendern. Ich habe nach dem Sicherheitsrat eine Ansprache gehalten. Ich bin jemand, der kommuniziert, wenn etwas wichtiges gesagt werden muss. Ich verstehe, dass man möchte, dass ich mehr in den Medien anwesend bin, doch es ist viel wichtiger, dass ich arbeite. Ich und mein Team arbeiten sehr viel. Zudem gibt es viele Leute, die zu den Dingen besser Stellung nehmen können.“

„Wenn es nötig ist, dann komme ich zu den Medien, doch nur dann, wenn es notwendig ist“, ergänzte sie danach. „Im Hintergrund arbeiten, ist die echte Arbeit“, so Wilmès, die weiter anführte: „In der föderalen Regierung, aber auch in den Regionen und in den Gemeinden, in den Krankenhäusern und den Altenheimen arbeiten viele Menschen hart gegen das Virus. Es muss kein Wettbewerb sein, wer mehr arbeitet, als die anderen. Viele von und schlagen nicht genug, doch das ist absolut notwendig. Wir sind ein gutes Team und wir arbeiten so gut wie möglich unter diesen schwierigen Umständen.“ 

Kritik an der Besuchsregelung für Senioren- und Pflegeheime

Wilmès ging auch auf die Kritik ein, die die Möglichkeit mit sich bringt, dass unter bestimmten und strengen Bedingungen Besuche in Pflege- oder Seniorenwohnheimen erlaubt sein wird: „Das ist mit den Ministerpräsidenten Flanderns, der Wallonie, Brüssels und der Französischsprachigen und der Deutschsprachigen Gemeinschaft beschlossen worden. Dies ist ein Kommunikationsproblem und ein Zeitproblem, doch das wird sich regeln. Jeder sollte jetzt die Ruhe bewahren. Viele Menschen freuen sich vielleicht darüber, dass sie nicht heute oder morgen, aber zu einem bestimmten Zeitpunkt Menschen, die sie lieben, wiedersehen.“

Doch diese Besuche sollten nicht schnell-schnell vom Zaun gebrochen werden: „Das ist eine Möglichkeit, mehr nicht. Ich sehe, wie unmenschlich die Situation heute ist und da sollten wir etwas gegen unternehmen. Ob das heute oder morgen oder in einigen Wochen sein wird, ist kein Problem, doch es muss etwas passieren.“