Der europäische Automobilmarkt im Sinkflug

Der europäische Automobilmarkt, der bereits in den Vormonaten rückläufig war, fiel allein im März um 55,1%. Dies ist hauptsächlich auf die Schließung von Autohäusern aufgrund der Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus in vielen Ländern zurückzuführen. Dies geht aus den am Freitag veröffentlichten Zahlen hervor.

Nach Angaben des Verbandes der Europäischen Automobilhersteller (ACEA) wurden im März in der Europäischen Union rund 567.000 neue Personenkraftwagen auf die Straßen gebracht.   Der Rückgang war in den vier Hauptmärkten spektakulär, mit einem Einbruch von 85,4% in Italien, 72,2% in Frankreich und 69,3% in Spanien, wobei Deutschland den Schaden leicht begrenzen konnte (-37,7%). Belgien liegt mit einem Rückgang um 47,5% auf 28.801 verkaufte Fahrzeuge im März näher am europäischen Durchschnitt.

Zu Beginn des Jahres 2020 litt der Markt bereits unter den Auswirkungen der vorzeitigen Zulassungen Ende 2019, einerseits um umweltschädliche Fahrzeuge vor Inkrafttreten der für die Hersteller verbindlichen europäischen CO2-Höchstgrenzen schnell los zu werden und andererseits um eine Erhöhung der Kfz-Steuer in mehreren Ländern, darunter Frankreich ab dem 1. Januar, zu vermeiden.

Das Coronavirus hat die Situation verschlimmert. "Mit den in den meisten Märkten ab etwa der Hälfte des Monats beschlossenen Eindämmungsmaßnahmen wurde die große Mehrheit der europäischen Händler in der zweiten Märzhälfte geschlossen", erinnert ACEA in seinem monatlichen Update.

Der deutsche Volkswagen-Konzern (zu dem auch die Marken Skoda, Audi, Seat und Porsche gehören), Europas Nummer eins, musste im März einen Absatzrückgang von 46,2% hinnehmen.

Unter den französischen Herstellern ging der Renault-Konzern (mit Alpine, Dacia und Lada) wie in den Vormonaten stärker zurück als der europäische Markt mit einem Rückgang der Lieferungen um 64,7%. Gleiches gilt für den französischen Konkurrenten PSA (Peugeot, Citroën, DS, Opel, Vauxhall), der einen Rückgang von 68,1% verzeichnete.

Volvo in Gent nimmt Produktion wieder auf

Unterdessen ist bekannt gegeben worden, dass das Genter Werk des schwedischen Autoherstellers Volvo Cars die Produktion am Montag mit reduziertem Tempo wieder aufnehmen wird. Dies geht aus einer Pressemitteilung von Volvo Cars von diesem Freitag hervor.

In Schweden wird Volvo Cars die Produktion in seinem Werk in Torslanda am Montag nach dem Stillstand wegen der Corona-Krise wieder aufnehmen. Die Wiedereröffnung des amerikanischen Volvo-Werks ist für den 11. Mai geplant.

Auch im Autowerk des deutschen Autoherstellers Audi in Vorst (Brüssel) wird ein Neustart vorbereitet, aber bisher wurde dort noch kein genaues Datum genannt.