Tests ergeben bei 30% der Infizierten falsch negative Ergebnisse

Die derzeitigen Tests für Coronaviren sind bei weitem nicht perfekt. Wer positiv testet, ist tatsächlich infiziert, aber bei 30 von 100 Infizierten ergibt der Test ein falsch negatives Ergebnis, sagt Patrik Vankrunkelsven, Teilzeitdozent am Universitätszentrum für Allgemeinmedizin der KU Leuven, auf der Website des belgischen Zentrums für evidenzbasierte Medizin.

"Es gibt viele Gründe, warum ein Test fälschlicherweise negativ ausfallen kann: unzureichendes Vorhandensein des Virus im Nasenschleim, Qualität und Zeitpunkt der Probe, Transportbedingungen und die Fehlermarge des Tests selbst. Das Testergebnis ist daher nicht immer zuverlässig. Eine genaue Zahl gibt es nicht, aber eine vorsichtige Annahme ist, dass von allen infizierten Personen, die sich einem solchen Test unterziehen, nur 70 % für positiv erklärt werden und in den anderen Fällen die betreffende Person fälschlicherweise als nicht infiziert eingestuft wird", erklärt Patrik Vankrunkelsven.

Menschen mit COVID-19 werden anfangs oft positiv auf den Nasenabstrich getestet, aber nicht nach etwa einer Woche, wenn das Virus noch in der Pleuraflüssigkeit vorhanden ist und Husten auftritt. "Diese Personen haben sehr oft ein negatives Ergebnis (...), obwohl sie für weitere 14 Tage ansteckend sein können", so der Spezialist.

Seiner Meinung nach seien die Tests nützlich, um ein globales epidemiologisches Bild der Ausbreitung und Entwicklung des Virus zu erhalten, aber ihr Nutzen auf individueller Ebene sei begrenzt. Patrik Vankrunkelsven weist deshalb darauf hin, dass die derzeitigen Tests in Alters- und Betreuungsheimen ein ungenaues Bild der Situation vermitteln und "ein falsches Gefühl der Sicherheit vermitteln können".

"Die verfügbaren Tests machen daher keinen großen Unterschied für die konkrete Politik in diesen Heimen. Das Pflegepersonal muss bei jedem Kontakt mit einem Bewohner Schutzmaßnahmen und strenge Handhygiene anwenden", schließt der Professor der KU Löwen.