Armeemediziner unterstützen Pflege- und Altenheime mit spezialisierter Covid-19-Weiterbildung

Die Stadt Aalst in der Provinz Ostflandern betreibt unter der Verwaltung des dortigen Sozialhilfezentrums vier Pflege- und Altenheime mit insgesamt 250 Beschäftigten und 400 Bewohnern. Diese Heime werden seit einigen Tagen von sechs Medizinern der belgischen Armee unterstützt, die hier u.a. eine Weiterbildung zur Bewältigung der Coronakrise bieten und die auch sonst mitarbeiten. „Diese Hilfe ist ein Gottesgeschenk“, so einer der Verantwortlichen des Aalster Sozialhilfezentrums.

Seit Ende letzter Woche ist deutlich, dass die belgische Armee medizinische Spezialisten in die Pflege- und Seniorenheime im ganzen Land einsetzen wird. Einen ersten Focus in Flandern legte die Armee auf Aalst und seine vier von Öffentlichen Sozialhilfezentrum der Stadt betriebenen Wohnheime. Hilde Wesemael von Seniorenheim „Mijlbeke“ sagte dazu gegenüber VRT NWS: „Unsere Leute sind als Pfleger schon gut ausgebildet, doch auf eine solche Virusbekämpfung sind sie nicht unbedingt vorbereitet.“

Sechs medizinische Fachleute der belgischen Armee werden allen Mitarbeitern dieser Wohnheime eine spezielle und auf die Coronakrise fokussierte Weiterbildung zukommen lassen. Das betrifft also nicht nur das Pflegepersonal, sondern auch die Verwaltung, die Putzkolonnen und das Kantinenpersonal.

Für Sarah Smeyers (N-VA), Wohlfahrtsschöffin im Stadtrat von Aalst, leben wir in außergewöhnlichen Zeiten, in denen alles möglich sein müsse: „Einige Abteilungen (in den Wohnheimen (Red.)) sind eigentlich zu Krankenhauszonen geworden. Das verlangt eine andere Arbeitsweise, als das Personal normalerweise gewöhnt ist. Die Spezialisten der Armee unterstreichen, dass wir schon gut arbeiten, doch einige Fähigkeiten konnten wohl noch vertieft werden.“

Die Armeemediziner haben die Mitarbeiter der Aalster Wohnheime auf einige Verbesserungspunkte hingewiesen, wie z.B. eine bessere Handhygiene und eine bessere Handhabung von Mundschutzmasken und Schutzkleidung. In den vier Aalster Wohnheimen sind zwei Einrichtungen bisher von einer Coronainfektion verschont geblieben, in den beiden anderen gab es bereits vereinzelt Fälle.

Nach Angaben von Stadträtin Smeyers sei die Armee auf die Stadt zugekommen und habe gefragt, ob man Interesse habe: „Wir haben sofort ja gesagt. Wenn sie hier fertig sind, gehen sie weiter zu anderen Wohnheimen.“ Die Armee hat ihre Arbeit bei sechs Wohnheimträgern in Flandern, Brüssel und der Wallonie begonnen. Normalerweise sei die Armee mit Auslandsmissionen beschäftigt, doch gerade sei „Krieg im eigenen Land“, hieß es dazu.