Die Van Eyck-Ausstellung in Gent wird definitiv beendet

Die prestigeträchtige Ausstellung zum Werk des Mittelalterkünstlers Jan Van Eyck-Ausstellung im Museum für Schöne Künste in Gent muss leider definitiv beendet werden. Die Ausstellungmacher bedauern, dass die Ausstellung nicht verlängert werden kann. Vier Jahre wurde an dieser Ausstellung gearbeitet, doch die Coronakrise sorgte dafür, dass sie Mitte März schon geschlossen wurde. Alle bereits erworbenen Eintrittskarten werden zurückerstattet. Inzwischen erfreut sich aber die virtuelle Plattform zu den flämischen Meistern international großer Beliebtheit.

Vier Jahre lang haben die Macher und die Kuratoren an der Ausstellung „Van Eyck. Eine optische Illusion“ gearbeitet. Ihnen war gelungen, fast alle bekannten originalen Werke von Jan Van Eyck ins Museum für Schöne Künste nach Gent zu holen und das weltweite Interesse war groß. Doch schon am 12. März war Schluss, denn durch die Cornamaßnahmen der belgischen Regierung mussten auch die Museen in Belgien schließen. Es bestand noch Hoffnung, die Ausstellung verlängern zu können, doch die Verlängerung aller Maßnahmen bis zum 3. Mai durch die Regierung beendete auch diese Bemühungen.

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„Wir haben es hier mit Weltkulturerbe zu tun und da kann man nicht so einfach tun was man will“, sagte der Genter Kulturschöffe Sami Soughir (Open VLD) dazu. „Diese Kunstwerke dürfen nur während 90 Tagen pro Jahr ausgestellt und beleuchtet werden. Und auch der klimatische Aspekt spielt hierbei eine Rolle. Wir haben diese Ausstellung nicht einfach so ins Frühjahr gelegt. Wenn es wärmer wird, steigen die Feuchtigkeit und die Temperatur in den Sälen und das ist nicht gut für diese Gemälde“, so Sougir weiter. Insgesamt 73 der im Rahmen dieser Ausstellung gezeigten Werke sind Leihgaben von Museen im Ausland oder von Privatleuten.

Es sei ein schmerzlicher Beschluss gewesen, das definitive Ende von „Van Eyck. Eine optische Illusion“ bekanntgeben zu müssen, so die Verantwortlichen im MSK Gent. Insgesamt wurden 273.000 Eintrittskarten verkauft, doch nur 129.000 Besucher konnten die Ausstellung auch wirklich sehen. 144.000 Menschen gehen leer aus, werden aber ihr Geld zurückbekommen. Die Stadt Gent hat dazu eine Ausfallversicherung abgeschlossen und wird jeden Käufer persönlich kontaktieren. 

Virtuell geht es weiter!

Während die „echte“ Ausstellung „Van Eyck. Eine optische Illusion“ schließen muss, ist die virtuelle Form weiter online zu sehen. Dazu gehört auch die Führung durch die Ausstellung durch die Kuratoren, die über die Webseite des flämischen Tourismusamtes zu finden ist. Und alle anderen Veranstaltungen rund um Jan Van Eyck in Gent laufen weiter und wurden bis zum Sommer 2021 verlängert.

Inzwischen erinnert das flämische Tourismusamt daran, dass die virtuellen Rundführungen durch die hiesigen Museen rund um die flämischen Meister weiterlaufen. Das Projekt „The Stay At Home Museum - Your Private Guided Flemish Masters Tours“ hat bisher rund 300.000 Besucher angezogen, die zu rund 50 % aus Belgien und zu 50 % aus insgesamt 44 verschiedenen Ländern weltweit kommen.

Nach Van Eyck in Gent und Brueghel in Brüssel in den vergangenen Wochen geht das Projekt mit Rubens in Antwerpen in diesen Tagen in die dritte Runde! Dann folgt auch noch James Ensor in Ostende. Das dieses Projekt gut ankommt, beweist ein Lob des britischen Rundfunks BBC, wo es heißt: „Best Lockdown Entertainment“.