Hilde De Windt

Positive Begleiterscheinungen der Coronakrise: Belgier essen gesünder und kaufen Kochgeräte, Bastel- und Spielzeug

Seit dem Ausbruch der Sanitärkrise kochen die Belgier öfters selbst, essen mehr Obst und Gemüse und beschäftigen sich mehr im Garten. Das geht aus einer Untersuchung der Marktforschungsagentur GfK hervor. Der Trend wirkt sich auch auf die Umsätze der Webshops aus. Die Online-Einkäufe haben sich, im Vergleich zum selben Zeitraum des Vorjahres, versechsfacht. Kochgeräte, Laptops und Heimwerkerartikel stehen hoch im Kurs. Aber auch Gesellschaftsspiele und Gartengeräte.

Geschlossene Geschäfte und viel mehr Freizeit haben den Belgier zu einem gesünderen Lebenswandel angeregt. Das jedenfalls behauptet die Studie Coronavirus Consumer Pulse von GfK: Mit den Ausgangsbeschränkungen kochen die Belgier wieder mehr selbst, essen gesünder und werden naturbewusster. „Wir suchen psychologischen Trost im Garten und im Heimwerken.

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96 Prozent haben in den ersten zwei Wochen selbst gekocht

Aus der Verbraucheruntersuchung geht hervor, dass nahezu jeder Belgier selbst zum Kochtopf und Kochlöffel gegriffen hat, um zu Hause selber zu kochen. Das ist ein Drittel mehr im Vergleich zu der Zeit vor dem Lockdown.

Nicht nur selbst, sondern auch gesünder kochen: Fast ein Viertel der Belgier gibt auf die Fragen der Marktforscher an, mehr Obst und Gemüse verzehrt zu haben. Und ein Fünftel will seine Ernährung auch in Zukunft in diesem Sinne umstellen.

Der Handel bestätigt den Trend, den die GfK-Studie ermittelt haben. Roel Dekelver von Delhaize : „Es werden viele gesunde und frische Produkte verkauft. Gemüse, Fleisch und Fisch. Wir sehen deutlich, dass mehr selbst gekocht wird.“

Aus dem Ruder: Brotbackautomaten

Die Haushaltsgerätekette Krëfel nimmt den Trend ebenfalls wahr: „Als der Lockdown begann, haben wir plötzlich doppelt so viele Kühl- und Gefrierschränke verkauft. Dieser Trend flaut jetzt ab, dennoch ist die Nachfrage bei Küchengeräten unverändert hoch.“ Küchenmaschinen laufen wie am Schnürchen und Brotbackautomaten waren derart gefragt, dass sie bei Krëfel inzwischen ausverkauft sind.

Silja Decock von Colruyt kommt zu ähnlichen Schlüssen beim Lesen der Verkaufszahlen des Webshops der Warenhauskette: „Brotbackautomaten stehen in der Top 3 der am häufigsten online verkauften Haushaltsgeräte. Auch Mixer, Brotschneider, Brotröster, Küchenmaschinen, Kaffee- und Espressomaschinen sind sehr beliebt.“

Weil viele in Coronazeiten anscheinend gerne selbst Brot backen, hat Delhaize 5-Kilo-Säcke Mehl im Angebot. Die Nachfrage nach Mehl für Brotteig war enorm gestiegen.

Riesenpuzzles beliebter denn je

Marcel Krijgsman, All Rights Reserved

Um die Zeit, die der Verbraucher zu Hause und/oder mit der Familie verbringt, zu verschönern, werden Spielsachen und Freizeitartikel angeschafft. Der Spielzeug-Webshop Dreamland von Colruyt erreicht zurzeit Umsätze wie sonst nur um Sankt Nikolaus. Bei den Outdoor-Freizeitartikeln sind Trampolins und aufblasbare Schwimmbäder heiß begehrt. „Dreamland verkauft zwei bis drei Mal mehr Trampolins als im vorigen Jahr und vier Mal mehr Schwimmbäder. Vor allem große. Auch Schaukeln und Spielhütten sowie Sand für den Sandkasten sind gefragt.“

Bei den Puzzels liegen die Riesenformate von 1 000 Einzelteile und mehr im Trend. Man sucht nach Beschäftigungsmöglichkeiten, an denen sich alle beteiligen können, sagt Decock, die Gesellschaftsspiele, Bastelideen und Lego ebenfalls zu den Rennern der Corona-Zeiten zählt.