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Ehemaliger flämischer Ministerpräsident Bourgeois befürchtet ein „Brexit-Drama auf dem Corona-Drama obendrauf“

Sollten die Europäische Union und die britische Regierung sich nicht über die Ausstiegsmodalitäten für Großbritannien einigen können, wird die flämische Wirtschaft schwer zu leiden haben. Geert Bourgeois, der heute für die flämischen Nationalisten der NV-A im Europaparlament sitzt, sagte gegenüber dem VRT-Radio am Freitagmorgen, dass er ein weiteres Drama befürchte.

Die Verhandlungen zwischen Michel Barnier, dem Unterhändler der EU-Kommission, und David Forst, dem Vertreter der britischen Regierung, sind am Montag wieder aufgenommen worden, nachdem sowohl Barnier als auch Forst wegen einer Coronavirusinfektion außer Gefecht waren.

Aber die Verhandlungen laufen schlecht, berichtet Geert Bourgeois: Die Briten möchten gewisse Themen gar nicht anschneiden oder fordern Teilabkommen statt des von der EU gewünschten Globalabkommens über die künftigen Beziehungen. Gleichzeitig lehnt die Regierung von Boris Johnson jede Verlängerung des Verhandlungszeitraums nach Ende 2020 ab. Auf dem Tisch liegen die künftigen Handelsregeln oder auch Arbeitsbedingungen für EU-Bürger in Großbritannien.

Nach den Auswirkungen der Corona-Krise, die die flämische Wirtschaft um 8-9 Prozent einbrechen lassen, würde ein harter Brexit weitere 2,6 Prozent Verluste verursachen. Das wäre doppelt dramatisch, so der ehemalige Ministerpräsident, der sich in dieser Hinsicht pessimistisch gibt.