Hilferufe von Jugendlichen wegen familiärer Gewalt hat sich in Flandern verdreifacht

Awel, das Krisentelefon für Kinder- und Jugendliche in Flandern, erhält seit dem Beginn der Sanitärkrise drei Mal mehr Anrufe als in der Zeit davor. Der flämische Jugendminister Benjamin Dalle (CD&V) plädiert für mehr Unterstützung von gefährdeten Jugendlichen: „In Flandern und Brüssel kommt es in den vier Wänden zu dramatischen Situationen.“

Im Vergleich zum selben Zeitraum des Vorjahres ist die Zahl der Anrufe beim Kinder- und Jugendtelefon in Flandern von 208 auf 396 gestiegen. Insbesondere ist ein sprunghafter Anstieg wegen Gewaltvorfällen in der Familie (von 26 auf 78) zu verzeichnen. 22 Jugendliche (gegenüber 4 im Vorjahr) gaben auch an, Zeugen intrafamiliärer Gewalt gewesen zu sein.

„Diese Zahlen sind nur die Spitze des Eisbergs“, befürchtet Landesminister Dalle. Er rief den nationalen Sicherheitsrat auf, diese besonders gefährdeten Kinder und Jugendliche nicht zu vergessen. 

Die verantwortliche Awel-Koordinatorin Sibille Declercq hob hervor, dass die Anrufe nicht nur zahlreicher seien, sondern auch ergreifender: „Viele Kinder und Jugendliche sind in einer hoffnungslosen Lage und seelisch verunsichert, weil sich niemand kümmert.“   

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