Covid-19: Belgien hat eine Strategie für den "Ausweg aus der Coronakrise"

Auf der Grundlage eines Gutachtens der Expertengruppe für die Exit Strategy (GEES) hat der Nationale Sicherheitsrat  von Belgien unter Leitung von Premierministerin Sophie Wilmès (Foto) am gestrigen Freitag, den 24. April, die schrittweise Lockerung der Sicherheitsmaßnahmen im Zusammenhang mit der Coronavirus-Krise zu beschlossen. Am vergangenen 12. März hatte die belgische Regierung mit den Regierungen Flanderns, der Wallonien, Brüssel und der Deutschsprachigen Gemeinschaft gemeinsam eine Reihe von Maßnahmen ergriffen, um die Ausbreitung von Covid-19 in unserem Land zu bremsen. 

Die ermutigenden Indikatoren - wie die Abnahme der Anzahl der täglichen Krankenhausaufnahmen oder das Abflachen der Kurve der mit dem Virus verbundenen Todesfälle - ermöglichen es nun, eine schrittweise Lockerung der Sicherheitsmaßnahmen ins Auge zu fassen. Die Behörden legen jedoch Nachdruck darauf, dass das Virus immer noch unter uns ist und für die Bevölkerung gefährlich bleibt, heißt es in einer Pressemitteilung der Regierung.

Die strengen Sicherheitsmaßnahmen werden mindestens bis zum 3. Mai einschließlich beibehalten. Danach kann Belgien mit der Lockerung dieser Maßnahmen beginnen, sofern die Umstände dies zulassen. Jede Maßnahme, die nicht ausdrücklich aufgehoben wird, wird beibehalten.

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Die Regeln, die in Kraft bleiben

Gewisse Regeln gelten auch weiterhin, ungeachtet der Phase der Lockerung, in der wir uns befinden. Es handelt sich um:

  • die Beschränkung des Kontakts zwischen Personen,
  • die Einhaltung der Sicherheitsabstände,
  • die guten Reflexe im Bereich Hygiene, also regelmäßiges ausführliches Händewaschen

Bedecken von Mund und Nase

Das Bedecken von Mund und Nase wird eine wesentliche Maßnahme im Rahmen der Lockerung der Sicherheitsmaßnahmen sein. Dies kann mithilfe einer Gesichtsmaske oder eines alternativen Schutzmittels (Schal, Bandana) geschehen. Diese Maßnahme wird:

  • im öffentlichen Raum dringend empfohlen,
  • in öffentlichen Verkehrsmitteln für Fahrgäste ab 12 Jahren verpflichtend sein. Diese Maßnahme tritt am 4. Mai in Kraft.

Eine Maske allein bietet keinen ausreichenden Schutz; sie muss im Rahmen der Einhaltung der Sicherheitsabstände und der Hygienemaßnahmen betrachtet werden.

Jedem Bürger soll mindestens eine normgerechte Mundschutzmaske aus Stoff kostenlos zur Verfügung gestellt werden, die Mund und Nase vollständig bedeckt. Verschiedene Initiative laufen bereits. Die Behörden möchten auch, dass die Bürger jeweils zwei “Filter” erhalten, die sie in bereits gekaufte oder angefertigte Masken stecken können. Chirurgische Mundschutzmasken und FFP2-Masken bleiben den Fachkräften im Gesundheitssektor, in Altersheimen und in gemeinschaftlichen Einrichtungen und den Sicherheitsdiensten vorbehalten.

In der Arbeitswelt muss der Arbeitgeber - auch im öffentlichen Sektor - den Arbeitnehmern Schutzmittel zur Verfügung stellen, wenn sich dies als erforderlich erweist.

Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel

Die schrittweise Lockerung der Sicherheitsmaßnahmen wird zwangsläufig eine vermehrte Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel mit sich bringen. Um Gedränge zu vermeiden, ist es ratsam:

  • sich mit eigenen Mitteln (zu Fuß, mit dem Fahrrad, mit dem Auto usw.) fortzubewegen, um den Personen, die die öffentlichen Verkehrsmittel am dringendsten benötigen, Vorrang zu lassen,
  • Stoßzeiten zu vermeiden.