Nach Floristenprotest schlägt MP Jambon vor, Muttertag um eine Woche zu verschieben

Diese Idee sprach der flämische Ministerpräsident Jan Jambon (N-VA) am Samstagabend im Privatfernsehen VTM Nieuws aus. Er schlug vor, den Muttertag in Flandern in diesem Jahr um eine Woche zu verschieben, d.h. vom 10. auf den 17. Mai. Das Ziel: Floristen und andere Unternehmen, die am 10. Mai noch nicht wiedereröffnet sein werden - sondern erst am 11. Mai nach der Lockerung der Coronarichtlinien – eine Möglichkeit zu bieten, den erwarteten Verdienstausfall doch noch wettzumachen.

Auf diesen Vorschlag in den VRT-Fernsehnachrichten angesprochen,  antwortete der belgische Finanzminister Alexander De Croo, der Nationale Sicherheitsrat habe sich für den gleichen Wiedereröffnungstermin für alle Betriebe entschieden, ohne für Floristen eine Ausnahme machen zu wollen. Mütter werden erst ab Montag, dem 11. Mai, Blumen geschenkt bekommen können, sagte De Croo.

Leichter kontrollierbar

Flanderns Ministerpräsident Jan Jambon erklärte, die Verschiebung des Muttertags um eine Woche ermögliche es den Müttern "Blumen oder einen Kuchen vor die Haustür zu stellen", ohne sie tatsächlich begrüßen zu können. Familienbesuche sind nämlich erst ab dem 18. Mai erlaubt, wenn sich die Lockerung der Coronarichtlinien bis dann bestätigt.

Viele Menschen fragen sich, warum Bürgerinnen und Bürger ab dem 11. Mai wahrscheinlich Freunde oder Familienangehörige in einem Geschäft treffen können, sie aber noch nicht zu Hause besuchen dürfen. "Was in den Läden geschieht, ist leichter kontrollierbar als das, was hinter den Mauern einer Privatwohnung geschieht", argumentierte Jan Jambon.

"Es ist einfacher, den öffentlichen Raum zu kontrollieren. Aber wenn sich die Situation bis zum 18. Mai günstig entwickelt, wird das Familienleben eine der obersten Prioritäten sein". Er betonte, schon am 4. Mai könne man einen Bekannten beim Sport, zum Beispiel beim Tennis oder Kajakfahren, treffen.

Aber ist es erlaubt, das Auto für eine nicht unbedingt notwendige Fahrt zum Tennisclub zu benutzen? Der flämische Ministerpräsident ruft alle auf, vernünftig zu sein. "Wenn Sie in Genk wohnen und in Ostende Tennis spielen gehen, macht es keinen Sinn. Aber man kann sich natürlich problemlos in seinem Dorf fortbewegen. Es ist eine Frage des gesunden Menschenverstandes", sagte MP Jan Jambon den Kollegen der VTM Fernsehnachrichten.

(Lesen Sie bitte unter der Fotoarchivbild des flämischen Ministerpräsidenten weiter)

Keine Ausnahmen

Belgiens Finanzminister Alexander De Croo (Foto, unten), reagiert am Samstagabend in den VRT-Fernsehnachrichten. Der Nationale Sicherheitsrat habe das Datum des Muttertags natürlich nicht vergessen und sei sich bewusst, dass dies ein wichtiger Tag für viele Bürger sei. Der Rat habe sich jedoch für klare Richtlinien entschieden, ohne Ausnahmen zwischen den Unternehmenstypen machen zu wollen. Dies sei in früheren Phasen der Richtlinien zur Bekämpfung der Coronakrise kritisiert worden. Tatsächlich konnten Baumärkte und Gartencenter bereits während der Osterferien ihre Türen wieder öffnen.

Aber das machen wir am nächsten Tag wieder wett, indem wir am Montag, dem 11. Mai, Blumen für die Mütter kaufen
Finanzminister Alexander De Croo (Open VLD)

"Mir ist klar, dass es für Floristen, die ihre Geschäfte bereits seit zwei Monaten schließen mussten, sehr hart ist, ihnen wie anderen Unternehmen zu erlauben, ihre Läden erst am 11. Mai wieder zu eröffnen". Sie werden am Muttertagssonntag also nicht geöffnet sein. "Aber das machen wir am nächsten Tag wieder wett, indem wir am Montag, dem 11. Mai, Blumen für die Mütter kaufen", schlug De Croo vor.

Antwerpen wird dieses praktische Problem nicht haben, da in der Provinz Antwerpen der Muttertag traditionell erst am 15. August gefeiert wird. Bis dahin sollten die Floristen ihre Türen weitgehend wieder geöffnet haben.

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