Vier neue Wölfe in Wallonien entdeckt: "Belgien wird zum europäischen Treffpunkt für Wölfe"

In der Wallonien, im Süden Belgiens, wurden dieses Jahr bereits vier neue Wölfe entdeckt. Damit steigt ihre Zahl in Wallonien auf insgesamt sechs und die Tiere stammen aus Frankreich, Deutschland und Polen. In Flandern wurden bereits fünf Wölfe gemeldet. "Unser Land ist auf dem besten Weg, zum europäischen Treffpunkt für Wölfe zu werden", glaubt Jan Loos von der Online-Meldestelle für Wölfe, Welkomwolf.be (dt.: WillkommenWolf.be).

„Mächtig was los, dort im Hohen Venn", so Jan Loos, der die Wiederansiedlung der Wölfe in unserem Land über Welkomwolf.be aufmerksam verfolgt.  "Nach den beiden Männchen, die aus Südeuropa stammen und sich jetzt in den wallonischen Ortschaften Ebly und in Xhoffraix aufhalten, ist in Bütgenbach, im deutschsprachigen Ostbelgien, ein weiterer Wolf aus Frankreich entdeckt worden, ebenfalls ein Männchen".

"Fast zur gleichen Zeit hat sich dem deutschen Wolf Akela, der seit Juni 2018 auf der Hochebene des Hohen Venns lebt, eine Wölfin angeschlossen. Es besteht also eine gute Chance, dass sich dort jetzt ein Rudel bildet. Der Wolf aus dem Hohen Venn ist das erste weibliche Wolfsweibchen in Wallonien seit fast 200 Jahren".

Europäischer Treffpunkt für Wölfe

Den Wölfen gefällt es anscheinend in Belgien. "Wir stellen fest, dass diese kleine Invasion aus zwei Richtungen gleichzeitig kommt", sagt Loos. "Es gibt hier Wölfe aus Süd- und Osteuropa. Das beweist, dass Belgien nun wirklich auf dem besten Weg ist, zum Wolfstreffpunkt Europas zu werden".

Dem deutschen Wolf Akela, der seit Juni 2018 auf der Hochebene des Hohen Venns lebt, hat  sich eine Wölfin angeschlossen

"Diese beiden unterschiedlichen Wolfsfamilien - Bergwölfe aus Frankreich und Tieflandwölfe aus Deutschland - werden sich zweifellos begegnen. Und das ist eine gute Nachricht für den Genpool des Europäischen Wolfes, denn beide Populationen sind seit fast 200 Jahren getrennt".

August und Noëlla

"In Flandern leben jetzt fünf Wölfe", zählt Loos. "Wir hatten Naya, die 2019 ermordet wurde. Außerdem Roger, der 2018 getötet wurde. Dann gibt es noch den namenlosen Wanderwolf, der kürzlich in Herentals und Wiekevorst gesichtet wurde. Und schließlich ist da noch das Wolfspaar August und Noëlla, das im Norden von Limburg lebt".

"Dieses Paar lebt noch, und normalerweise können wir Ende April/Anfang Mai mit dem ersten Wurf  rechnen. Falls die Wölfin trächtig  ist natürlich, aber das wissen wir noch nicht".