Phase 1 der Exit-Strategie in Belgien tritt definitiv ab dem 4. Mai in Kraft

Premierministerin Sophie Wilmès (MR) bestätigte am frühen Mittwochabend, dass die erste Phase des Exitplans in Sachen Coronakrise der belgischen Bundesregierung bzw. des Nationalen Sicherheitsrates ab dem kommenden Montag in Kraft tritt. 

Die Premierministerin sagte dazu: „Die Experten sagen, dass die Entwicklung der Epidemie dies zulässt. Sie drängen aber auch dazu, dass die Schutzmaßnahmen, wie Tests und die Kontakt-Verfolgung, so schnell wie möglich operativ sind.“

Wie sieht Phase 1 der Exit-Strategie für Belgien aus?

-      Unternehmen aus nicht essentiellen Sektoren können unter einigen Bedingungen wieder ihre Aktivitäten aufnehmen. Sie dürfen keine direkten Kontakte mit ihren Kunden haben und nur auf Ebene von Business-to-Business vorgehen. Am Arbeitsplatz müssen Mundschutzmasken getragen werden, wenn ein Abstandhalten über 1,5 Meter nicht möglich ist. Das Arbeiten im Homeoffice soll die Norm bleiben;

-      Mundschutzmasken werden in den öffentlichen Verkehrsmitteln zur Pflicht, denn in den Bussen und Bahnen der Nahverkehrsgesellschaften kann die Abstandsregelung von 1,5 Metern nur schwerlich eingehalten werden. Diese Masken sind dort für jeden ab 12 Jahren verpflichtet, sobald man z.B. einen Bahnhof betritt. Es wird dazu geraten, wenn möglich die Stoßzeiten zu meiden. Wer über ein eigenes Verkehrsmittel verfügt, der soll dieses so oft wie möglich nutzen;

-      Stoffläden dürfen öffnen, denn diese sind wichtig für die private Herstellung von Mundschutzmasken. Aber auch hier müssen alle geltenden Abstandsregelungen eingehalten werden,

-      Im Pflege- und Gesundheitsbereich wird der Zugang zu allgemeiner und spezialisierter Behandlung nach und nach ausgeweitet.

-      Nach wie vor müssen die Bürger unseres Landes so oft wie möglich zu Hause bleiben. Lediglich notwendige Fortbewegungen sind erlaubt. Das Versammlungsverbot bleibt in Kraft;

-      Neben Spazieren, Laufen und Radfahren werden auch andere Sportarten, die unter freiem Himmel stattfinden können, wieder möglich - allerdings nur für jeweils zwei Beteiligte zusätzlich zu denen, die gemeinsam unter einem Dach leben und auch nur dann, wenn die 1,5 Meter-Abstandsregelung eingehalten werden kann. Der Zugang zu sportlicher Infrastruktur in Räumen, z.B. Duschen oder Umkleidekabinen, bleibt verboten. 

Zudem sind am dem 4. Mai wieder Besuche in Wohnheimen für Personen mit einer Behinderung möglich, natürlich nur dort, wo die Abstandsregelungen eingehalten werden können. Diese Pflegeeinrichtungen suchen derzeit individuell nach Möglichkeiten, dies zu ermöglichen. Dazu gehört auch ausreichendes Schutzmaterial für das eigene Personal. Es ist vorläufig nur der Besuch durch eine Person gestattet, doch diese Person muss nicht immer die gleiche sein.