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Zeebrügge: Wachstum, doch gerade zu wenig Platz für Container und Autos

Der Hafen von Zeebrügge verzeichnete im ersten Quartal 2020 einen Zuwachs um 34 %. Der Hafen profitiert dabei zum einen von einer Verdreifachung der Transporte von flüssigem Erdgas und zum anderen einer weiteren Zunahme beim Umschlag von Containern. Aber da kündigen sich Probleme an, die durch die Coronakrise verschärft werden: Platzprobleme… Diese werden durch zahllose dort auf den Weitertransport wartende Neuwagen noch verschärft. 

In den ersten drei Monaten des laufenden Jahres verzeichnete der Hafen von Zeebrügge im Containerbereich einen Zuwachs um 16 % trotz der Tatsache, dass deutlich weniger Container aus dem Corona-gebeutelten China hier ankamen. Und hier zeigt sich ein Problem. Langsam gehen im Hafen die Lagerkapazitäten für Container und andere Waren und Güter aus. Durch die Coronakrise funktioniert die Logistikkette nicht mehr, denn die Kunden, z.B. der Großhandel, nehmen derzeit keine oder nur noch in geringem Umfang Waren an.

Inzwischen arbeitet die Hafenverwaltung an einem Plan, um den vorhandenen Lagerraum effizient zu nutzen, wie Rik Goetinck, CER ad Interim der Gesellschaft Brügger Zeehafen (Maatschappij Brugse Zeehaven), bemerkt: „Es ist wichtig, dass wir als Hafenverwaltung in diesen schwierigen Zeiten unseren Hafennutzern auch kreative Lösungen anbieten können. In erster Linie sorgt jedes Terminal für eine maximale Nutzung der eigenen Räumlichkeiten. Reicht das nicht aus, dann bietet der Hafen Lösungen.“

Inzwischen können z.B. LKW bzw. deren Auflieger (Trailer) nach schriftlicher Anmeldung an verschiedenen Stellen rund um den Hafen herum abgestellt werden. 

Problem Neuwagen - Wohin mit all den Autos?

Für ein weiteres Problem sorgen massenhaft Neuwagen im Hafengebiet, denn Zeebrügge hat sich auch auf die Verschiffung von neuen Autos von und nach Übersee bzw. Großbritannien spezialisiert. Laut einer Pressemeldung warten derzeit rund 100.000 neu produzierte PKW in und um das Hafengebiet herum auf einen Weitertransport.

Marc Adriansens vom Verband „International Car Operators“ (ein internationaler Transportverband für Automobile) sagte dazu, dass inzwischen kaum noch Platz frei sei: „Ein Teil dieser Autos wurde bereits ins deutsche Cuxhaven ausgelagert.“

Viele Neuwagen müssen derzeit irgendwo stehen bleiben, auch wenn die meisten Automobilhersteller inzwischen ihre Produktion eingestellt haben. Der Absatz von Neuwagen ist weltweit durch Corona um 60 % rückläufig, was sich also auch auf die Logistikkette für Automobile auswirkt, wie am Beispiel Zeebrügge zu erkennen ist. 

Archivfoto
Erik-Jan Ouwerkerk