Flämischer Künstler verklagt chinesischen Plagiat-Maler auf millionenschweren Schadensersatz

Der flämische Maler Christian Silvain (Foto links) aus dem ostflämischen Kluisbergen ist jahrelang Opfer eines Malers und Kunstprofessors aus China gewesen, der ohne dessen Wissen Bilder nach seinem Vorbild malte und damit Millionen verdiente. Jetzt hat Silvain den Plagiat-Maler auf Schadensersatz in Millionenhöhe verklagt und seine chinesischen Anwälte wollen jetzt dessen Villa im Wert von 20 Mio. € beschlagnahmen lassen.

Im März 2019 entdeckte Christian Silvain, dass der chinesische Kunstprofessor und Maler Ye Yongqing seit rund 25 Jahren Bilder nach dessen Vorbild malte, die schon an Fälschung grenzten, mindestens aber ein eindeutige Plagiat darstellten (siehe nebenstehenden Beitrag). Yongqing, bis dahin ein angesehener Künstler in seiner chinesischen Heimat, der mit „seinen“ Werken Millionen verdiente und Preise einheimste, steht seit dem dort am Pranger.

Er verlor seine Anerkennung und seinen Ruf. Christian Silvain schlägt jetzt zurück. Seine Anwälte in Belgien und in China wollen jetzt Schadensersatz in Millionenhöhe einfordern und wollen dabei die Villa von Ye Yongqing beschlagnahmen lassen. Der Wert des Hauses wird um die 20 Mio. € geschätzt…

Julie De Bleeckere (Foto rechts), die Vorsitzende der Christian-Silvain-Stiftung, sagte gegenüber dem VRT-Sender Radio 2/Ostflandern, dass der Chinese rund 100 Werke des flämischen Malers kopiert oder nachgemalt hat: „In unserem Dossier vor Gericht sind 87 Werke aufgelistet.“ Ye Yonqing war auch international Bekannt und seine Werke wurden für hohe Summen auch bei Auktionen bei Christie’s und Sotheby’s verkauft. Jetzt muss bestimmt werden, welche Gewinne der chinesische Plagiat-Maler mit seinen „Silvain-Werken“ erzielt hat.

Christian Silvain will nicht an diesem Prozess reich werden. Zum einen werden wohl die chinesischen Anwälte ihren Anteil bekommen, der recht hoch sein wird, angesichts des noch zu bestimmenden Streitwerts: „Anwälte in China müssen bezahlt werden und Anwälte, die ein Verfahren gegen die Auktionshäuser begonnen haben, ebenfalls. Die Überschüsse gehen an China um junge Künstler zu unterstützen.“ Silvain freut sich über eine große Unterstützung aus der Heimat des Plagiat-Malers: „Ich habe enorm viel Hilfe von der chinesischen Bevölkerung und von der dortigen Presse. (…) Diese Unterstützung ist phänomenal.“