Flanderns Kinderkrippen öffnen wieder: Vorerst aber nur für bestimmte Haushalte

Ab dem kommenden Montag, Stichtag 4. Mai, werden für bestimmte Familien die Kinderkrippen wieder geöffnet. Flanderns Landesminister für Wohlfahrt und Familie, der Christdemokrat Wouter Beke (CD&V), arbeitet mit den Trägern der Krippen und mit dem Bund der Familien gerade an einem „Drehbuch“ für die Wiederöffnung der Kinderkrippen. Doch diese werden in einer ersten Phase noch nicht für alle Kleinkinder geöffnet.

Kleinkinder von flämischen Familien und Haushalten, wo ein Elternteil derzeit nicht zu Hause arbeitet, können ab dem kommenden Montag wieder in die Krippe gehen. Das trifft auch für alleinerziehende Eltern zu, ob sie nun zu Hause arbeiten oder an ihrem angestammten Arbeitsplatz. Familien, in denen gerade beide Elternteile im Homeoffice sind, müssen noch etwas warten, bevor sie ihre Kinder zur Betreuung in eine Krippe geben können.

Definitiv waren die Kinderkrippen im belgischen Bundesland Flandern ohnehin nicht wirklich, doch sie waren ausschließlich Haushalten vorbehalten, wo die Eltern in sogenannten „essentiellen Berufen“ arbeiten, z.B. im Pflege- und Gesundheitsbereich oder im Sicherheitssektor (Polizei, Feuerwehr…). Auch sozial benachteiligte oder problematische Haushalte konnten bisher davon profitieren.

Doch ab Montag, wenn die erste Phase der belgischen Exit-Strategie aus den strengen Coronamaßnahmen beginnt, werden wesentlich mehr Eltern wieder zur Arbeit gehen, denn dann dürfen Unternehmen, die den Abstandsvorgaben (1,5 Meter zwischen zwei Personen) entsprechen, wieder starten.

Ab dem 18. Mai werden die Kinderkrippen wieder für alle Kinder in Flandern geöffnet, doch dies ist unter Vorbehalt geplant, denn wenn sich die Covid-19-Statistiken in Belgien wieder negativ entwickeln sollten, kann die belgische Bunderegierung ihren Exitplan auch wieder zurückschrauben, wie Premierministerin Sophie Wilmés (MR) am vergangenen Wochenende unterstrich.

Aber, der flämische Familienbund geht davon aus, dass es nicht möglich sein wird, von Anfang an jeweils alle Kinder wieder in den Krippen aufzunehmen. Das wird wohl eher gestaffelt und in Phasen sowie in Absprache mit den Eltern erfolgen. Auf jeden Fall werden alle Mitarbeiter von Kinderkrippen bzw. die Tagesmütter verpflichtet Mundschutzmasken tragen. Und auch die Eltern von Kleinkindern, die diese zur Krippe bringen, müssen vor Ort eine solche Maske zum Schutz aller Beteiligten tragen.