Martins Rudzitis

Planbüro: "Die Coronakrise belastet das Wohlbefinden der Bürger"

Schlechterer Gesundheitszustand, Anspannung im zwischenmenschlichen Leben, die Untätigkeit bei jungen Leuten, soziale Isolation, ein völlig anders gestaltetes Arbeitsleben, Mittelstand mit geschlossenen Unternehmen und Läden sowie für so manchen Kurzarbeit oder Arbeitslosigkeit, sprich weniger Einkommen. Das Wohlbefinden der Belgier leidet in diesen Tagen der Coronakrise und es betrifft den Lebensstandard der Belgier im weitesten Sinne.

Das Planbüro der belgischen Bundesregierung geht davon aus, dass sich das Wohlbefinden der Belgier infolge der Coronakrise und der von der Regierung verhängten Ausgangsbeschränkungen deutlich mehr verschlechtern wird, als während der allgemeinen weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise der Jahre 2008 und 2009.

Zu den eingangs genannten Problemen und Personenkreisen kommen noch die schutzbedürftigen und sozial ohnehin schwachen Menschen hinzu: Alleinstehende bzw. Alleinerziehende, Arbeitslose, Erwerbsunfähige, Personen ohne beruflichen Abschluss oder mit ohnehin geringem Einkommen, Menschen mit einer geistigen und/oder körperlichen Beeinträchtigung.

Das Planbüro ist der Ansicht, dass sowohl die körperliche als auch die geistige Gesundheit der Menschen, der wichtigste Faktor für das Wohlbefinden in unserem Land ist. Verschlechtert sich dieses Wohlbefinden weiter, hat dies größere Auswirkungen auf Frauen und auf Arbeitslose, wie aus verschiedenen Umfragen, die seit Beginn der Epidemie durchgeführt wurden, ersichtlich ist.

Entsprechende Umfragen von Sciensano (das föderale belgische Gesundheitsamt) und der Universität von Neu-Löwen (Wallonisch-Brabant), zeigen, dass ein nicht unbedeutender Teil der hiesigen Bevölkerung „Symptome einer möglichen psychischen Pathologie“ zeigt. Zudem lassen die vielen Absagen von Arztterminen auf eine weitere Verschlechterung des Gesundheitszustandes der Bevölkerung schließen, so das Planbüro.

Das Föderale Planbüro (FPB) ist nach eigenen Angaben eine unabhängige Einrichtung, die im Dienste der Öffentlichkeit steht. Sie stellt Studien an, die einen Vorausblick auf wirtschaftliche, soziale, integrative, nachhaltige und umweltbedingte Entwicklungen bietet. 

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