Ab dem 4. Mai wird Bahnfahren in Belgien etwas anders aussehen

Am kommenden Montag, den 4. Mai, tritt die erste Phase der Lockerung der belgischen Coronamaßnahmen in Kraft. Dann werden wohl wieder viele Beschäftigte zurück an ihren Arbeitsplatz kehren und so mancher verlässt sein Homeoffice in Richtung Büro. Die belgische Bahngesellschaft NMBS/SNCB richtet sich darauf und auf mehr Fahrgäste als in den vergangenen Wochen ein und hat sich einiges einfallen lassen, um die geltenden Abstands- und Hygieneregeln einhalten zu können. 

Die belgische Bahngesellschaft nimmt ab Montag zum größten Teil auch wieder ihren normalen Fahrplan auf und will ihre Züge mit der „maximal möglichen“ Anzahl von Waggons und Sitzplätzen auf die Reise schicken, damit die Pendler und anderen Fahrgäste ausreichend Raum haben, um sich an die anderthalb Meter staatlich verpflichteten Abstand halten zu können.

Doch die Bahn geht noch weiter in ihren eigenen Maßnahmen, um allen geltenden Regelungen entsprechen zu können. So muss jeder Reisende ab einem Alter von 12 Jahren eine Mundschutzmaske tragen oder eine alternative Möglichkeit, Mund und Nase zu bedecken vorweisen, wie z.B. ein Schal. Die NMBS/SNCB wird ihre Fahrgäste dauerhaft mit Plakaten, Stickern und mündlichen Mitteilungen über Lautsprecher in Zügen und Bahnhöfen an diese Auflage(n) erinnern.

In den Bahnhöfen und Haltepunkten wird noch mehr als bisher auf Sauberkeit geachtet und die Bahn wird deutlich mehr Putzkolonnen einsetzen, um alle Hygienevorschriften einhalten zu können. An Treppen und Rolltreppen weisen Schilder darauf hin, dass man sich auf- und abwärts immer rechts halten soll und dass das „Überholen“ anderer Bahnreisender zu unterlassen ist.

In den Bahnhöfen sollen die dort ansässigen Geschäfte, wo es möglich ist, Mundschutzmasken, Schutzhandschuhe und Handgel verkaufen. Überdies können solche Artikel in rund 80 Bahnhöfen in der Wallonie und in Brüssel an Automaten gezogen werden (siehe nebenstehenden Beitrag).  

Neue Flötentöne

Den Fahrgästen in den Zügen der belgischen Eisenbahngesellschaft wird nach wie vor geraten, ihre Reise gut zu planen und dabei die Stoßzeiten Morgens und am Abend zu umgehen. Sie ihre Fahrt sollen wenn möglich nach 9 Uhr am Vormittag und Abends vor 16 Uhr bzw. nach 18 Uhr antreten.

Die Zugschaffner haben unterdessen ihre Flöte, mit der sie die Anfahrt ihres Zuges akustisch ankündigen, durch ein elektronisches Exemplar eingetauscht. Diese digitalen Flöten ersetzen die herkömmlichen Flöten, mit denen der Ton durch Blasen erzeugt wird, aus hygienischen Gründen, wie Bahnsprecher Dimitri Temmerman mitteilte:

„Auf Knopfdruck wird ein Ton erzeugt, der wie aus der klassischen Mundflöte klingt. Wenn sie die neue Flöte nicht hätten, müssten sie jedes Mal ihre Mundmaske abziehen, um zur Abfahrt zu flöten.“ Schaffner, die am Montag noch keine digitale Flöte haben, werden die Abfahrten so lange mit einem Ruf ankündigen…

Die alten Flöten der belgischen Schaffner haben wohl ausgedient...