Covid-19 lässt die Steuereinnahmen sinken: "Vergleichbar mit Kriegszeiten"

Im März lagen die Steuereinnahmen deutlich niedriger als im gleichen Monat im letzten Jahr, wie aus den Zahlen des belgischen Finanzministeriums ersichtlich ist. Mitte März wurden in Belgien die ersten scharfen Coronamaßnahmen erlassen, die die hiesige Wirtschaft mit voller Kraft trafen. Weniger Konsum führt zu weniger Umsatz und letztendlich zu geringeren Mehrwertsteuereinnahmen. Weniger Arbeit führt zu geringeren Einnahmen über den Steuervorabzug bei den Beschäftigten. Das ist logisch, weiß auch Belgiens Finanzminister Alexander De Croo (Open VLD - Foto).

Die staatlichen Einnahmen durch Mehrwertsteuer sind im März in Belgien um 60 % gesunken. Das führte zu steuerlichen Mindereinnahmen von rund 1,3 Mia. € im Vergleich zum gleichen Monat im vergangenen Jahr. Bei den Einnahmen durch den Berufssteuervorabzug sanken die Werte um rund 1 Mia. € gegenüber März 2019 und die Vorabzahlungen durch die Unternehmen gingen auf Monatsbasis um 30 % zurück - also 2 Mia. € weniger. Und das betrifft nur knapp einen halben Monat, den der belgische Lockdown begann am 18. März…

Eigentlich ist dies mit einer Zeit zu vergleichen, in der ein Krieg ausbricht.“

Belgiens Finanzminister Alexander De Croo

Bundesfinanzminister De Croo ist nicht wirklich überrascht, doch dies habe unser Land so noch nicht erlebt: „Eigentlich ist dies mit einer Zeit zu vergleichen, in der ein Krieg ausbricht. Das ist etwa auch das, was wir getan haben. Wir haben quasi jeden verpflichtet, zu Hause zu bleiben und haben damit einen Großteil unseres wirtschaftlichen Lebens lahmgelegt. Wir hatten das also erwartet, doch man muss schon ein wenig schlucken, wenn man dann die Zahlen sieht.“ 

Wenn wir ab Montag den Neustart gut angehen und uns gut an die Regeln halten, kann die Wirtschaft vielleicht schnell wieder hochfahren.“

Belgiens Finanzminister Alexander De Croo

Im Prinzip sei dies ein einmaliger Vorgang, so der Finanzminister gegenüber VRT NWS: „Wenn wir ab Montag den Neustart gut angehen und uns gut an die Regeln halten, kann die Wirtschaft vielleicht schnell wieder hochfahren und es gibt keinen Grund zu glauben, dass dies strukturell sein wird. Wenn aber die europäische Wirtschaft allgemein im Krisenmodus bleibt, ist das eine ganz andere Sache…“