Ab Montag müssen viele Landsleute in Belgien eine Mundschutzmaske tragen

Nach Angaben der Arbeitgeberverbände in Belgien werden ab Montag, den 4. Mai, bis zu 150.000 Beschäftigte aus dem Homeoffice oder aus der Kurzarbeit wieder an ihren alten Arbeitsplatz zurückkehren und Schritt für Schritt wird diese Zahl zunehmen. Und, in den öffentlichen Verkehrsmitteln sowie dort, wo viele Menschen zusammenkommen, z.B. beim Einkaufen, müssen Mundschutzmasken getragen werden. Diese Masken werden ab Montag auch in Supermärkten zu finden sein. Die Einzelhandelsverbände geben aber zu verstehen, dass nicht alle Geschäfte sogleich ausreichend Masken im Angebot haben. Man solle die Läden also nicht gleich am Montagmorgen stürmen...  

Ab Montag dürfen Supermärkte und Geschäfte in Belgien auch wieder Mundschutzmasken verkaufen. Dies war am 23. März untersagt worden, da die staatlichen Behörden diese für eigene Zwecke, bzw. für die Versorgung des Pflege- und Gesundheitspersonals benötigte. Die Corona-Task-Force der belgischen Bundesregierung hatte danach Teile der Bestände selbst aufgekauft.

Aber, die Einzelhandelsverbände rufen dazu auf, dass man die Warenhäuser am Montag nicht gleich stürmen sollte, denn noch nicht alle Masken werden dort so schnell vorrätig sein. Die Warenhaus- und Supermarktketten lassen übrigens wissen, dass die Mundschutzmasken zum Selbstkostenpreis verkaufen und dass sie daraus keine Gewinne erzielen wollen. 

Inzwischen, so Bundesminister Philippe De Backer (Open VLD), hat seine Corona-Task-Force, die u.a. für die Beschaffung von medizinischen Arbeits- und Schutzmitteln verantwortlich ist, bereits 300 Millionen solcher Masken bestellt. Am Sonntagvormittag sagte De Backer gegenüber dem VRT-Sender Radio 1, dass bereits 70 Millionen Mundschutzmasken geliefert worden seien, von denen rund 25 Millionen unterdessen an den medizinischen Sektor weitergeleitet werden konnten.

Dabei sorgt die belgische Armee mit bei der Verteiling, die nach Ansicht des Ministers eine vortreffliche logistische Arbeit leiste. Nicht nur, weil Soldaten die gelieferten Masken auf ihre Qualität hin Prüfen, sondern auch weil sie sie verpacken und an die Pflege- und Gesundheitseinrichtungen ausliefern.

Ausreichende Menge auch für die Bevölkerung

Diese Menge an zur Verfügung stehenden Mundschutzmasken führt auch dazu, dass diese jetzt auch über den Handel vertrieben werden können, so der Leiter der Task Force: „Die internationale Produktion wurde in den vergangenen Wochen stark erhöht, wodurch wir diese Masken auch für eine breite Bevölkerung verfügbar machen können.“

Doch De Backer erinnert daran, dass dieser Vorrat nicht unendlich sei und dass die Leute auch auf wiederverwendbare Masken zurückgreifen sollten: „Wir werden Masken wohl noch eine lange Zeit brauchen, also sind wiederverwendbare Textilmasken die beste Wahl. Das ist ökologisch nachhaltig und diese Masken bieten auf eine gute Art und Weise Schutz.“

In Bahnen und Bussen

Inzwischen verpflichten nicht nur die belgische Bahngesellschaft NMBS/SNCB oder die regionalen Verkehrsgesellschaften TEC in der Wallonie und De Lijn in Flandern Mundmasken für die Fahrgäste ab Montag, sondern auch die internationalen Bahngesellschaften Thalys und Eurostar für ihre Hochgeschwindigkeitszüge nach Frankreich, Deutschland, Niederlande und Großbritannien. Die regionale Brüsseler Nahverkehrsgesellschaft MIVB/STIB haderte letzte Woche noch mit einer solchen Maßnahme, wird wohl aber nicht darum herumkommen.