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Der flämische Verlag Mediahuis übernimmt das "Luxemburger Wort"

Die luxemburgische Tageszeitung Luxemburger Wort und der herausgebende Verlag Saint-Paul sind von der flämischen Mediengruppe Mediahuis aus Antwerpen übernommen worden. Das Blatt erscheint im Saint-Paul-Verlag bereits seit 172 Jahren. Hauptaktionär des Verlags war zuletzt das Erzbistum Luxemburg.

Die inzwischen international in Europa aktive flämische Mediengruppe Mediahuis hat vor einigen Tagen den Saint-Paul-Verlag in Luxemburg übernommen. Dieser mehrheitlich bisher zum Erzbistum im Großherzogtum gehörende Verlag bringt die Tageszeitung Luxemburger Wort heraus, die bereits seit 172 Jahren erscheint.

Das „Wort“, wie das Blatt in seiner Heimat kurz genannt wird, kommt  denn auch aus einer früher einmal ausgeprägt katholischen Linie und in der Zeitung sind sogar die Gottesdienstzeiten des ganzen Großherzogtums zu finden. Diese katholisch geprägte Redaktionslinie soll bis auf weiteres wohl beibehalten werden, doch andere Blätter von Mediahuis, wie die flämische Tageszeitung De Standaard, haben diese konservative Linie nach und nach schon längst verlassen.

Das Luxemburger Wort stand seit geraumer Zeit unter Sparzwang, denn nach dem die dem Blatt nahestehende Christlich-Soziale Volkspartei CSV 2013 von Ex-Ministerpräsident und EX-EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker die Wahlen verlor und fünf Jahre danach auch nicht wieder in die Regierung einziehen konnte, wird im Großherzogtum die Säkularisierung vorangetrieben. Der aktuellen Mehrheit aus Liberalen, Sozialisten und Grünen ist diese katholische Dominanz im Land eher ein Dorn im Auge. Überall wurden Zuschüsse eingespart und eben auch beim Luxemburger Wort.

Darunter aber litt die redaktionelle Qualität dieses Blattes nicht wirklich. Im Gegenteil. Das „Wort“ wurde weltoffener, auch und gerade auf politischer Ebene. Immerhin lesen rund 30 % aller Luxemburger täglich diese Zeitung, die damit nach wie vor die auflagenstärkste Zeitung des kleinen EU-Landes ist und bleibt.

Dies macht dieses Blatt auch für das Mediahuis in Antwerpen interessant, das 2013 aus der Fusion der beiden Medienhäuser Corelio und Concentra entstanden ist. Die Gruppe beschäftigt rund 3.700 Mitarbeiter und bringt in Belgien und darüber hinaus (Niederlande - NRC Handelsblad, Irland - Independent News & Media) zahlreiche Zeitungen und Magazine heraus.

Der Saint-Paul-Verlag beschäftigt 345 Mitarbeiter, darunter 100 Journalisten. Über den finanziellen Umfang des Deals zwischen dem Mediahuis und dem Erzbistum Luxemburg wurde nur so viel bekannt, als dass das Bistum auch Anteile der Gruppe aus Flandern übernehmen wird. Die derzeitige Verlags- und Redaktionsspitze beim „Wort“ bleibt nach der Übernahme im Amt. 

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