Antwerpener Airline bringt Saisonarbeiter aus Rumänien nach Belgien

Die Fluggesellschaft „The Aviation Factory“ organisiert Flüge, mit denen die hier sehnlichst erwarteten rumänischen Saisonarbeiter und Erntehelfer nach Belgien gebracht werden. Schon am Mittwoch wird eine Maschine dieser kleinen Airlines in Eindhoven in den Niederlanden ankommen. Von dort aus werden die ersten rumänische Arbeiter in die belgisch-niederländische Grenzgegend gebracht, um dort bei den Obstbauern eingesetzt zu werden. Weitere Flüge werden folgen.

Seit Inkrafttreten der Coronamaßnahmen finden kaum noch Passagierflüge statt. Das sorgt bei den Obstbauern in unseren Breitengraden für Probleme, denn deren traditionelle Erntehelfer aus Rumänien können Belgien auf dem Landweg nicht erreichen, weil überall die Grenzen dicht sind bzw. weil verschiedene osteuropäische Länder auch keinen Transitverkehr zulassen. Bisher kamen auch viele rumänische Erntehelfer über den wallonischen Regionalflughafen Charleroi ins Land, doch der ist wegen Covid-19 geschlossen. Zudem finden an den Flughäfen von Brüssel und Antwerpen kaum Starts und Landungen statt.

Deshalb ist „The Aviation Factory“ ins niederländische Eindhoven ausgewichen. Die Flüge aus Richtung Rumänien sind offiziell zugelassen, wie Carl Legein von der Fluggesellschaft gegenüber dem VRT-Sender Radio 2 angibt: „Von diesen Flügen hängt ein ganzer Wirtschaftszweig ab. Das Obst und Gemüse kann nicht einfach ein paar Wochen länger auf den Feldern bleiben.“ Aus diesem Grunde laufen die entsprechenden Charterflüge denn auch unter dem Nenner „Geschäftsflüge“.

Die Landwirte und die großen Agrarunternehmen sowie die Versteigerung in Hoogstraten in Flandern, die jetzt vor ihren Ernten und vor den entsprechenden Frischwaren-Versteigerungen stehen, begrüßen diese Möglichkeit. Aber in den betroffenen Gemeinden im belgischen Bundesland Flandern machen sich doch einige Sorgen breit. Die Frage steht im Raum, ob die rumänischen Erntehelfer auf das Coronavirus hin getestet werden oder wurden. Die Landwirtschaft gibt dazu an, dass alles den hier geltenden Sicherheits- und Gesundheitsvorschriften erfolgt und dass auf den Feldern und in den Unternehmen auch die Abstands- und Hygienevorschriften eingehalten werden. Der Sektor hat sich darauf eigenen Angaben zufolge gut drauf vorbereitet.