Keine Sportveranstaltungen bis zum 31. Juli: Was bedeutet das für den belgischen Profifußball?

Der Nationale Sicherheitsrat legte bei seiner Sitzung am Mittwoch in Brüssel die nächsten Kriterien für die weiteren Schritte in der Lockerung der Coronamaßnahmen in Belgien fest. Im Bereich der sozialen Kontakte wird kurzfristig wieder einiges möglich und ab der kommenden Woche dürfen die Geschäfte die Geschäfte wieder öffnen (siehe nebenstehenden Beitrag). Doch Sportveranstaltungen bleiben bis zum 31. Juli untersagt. Was bedeutet dieses Verbot für den belgischen Profifußball?

Sportveranstaltungen sind in Belgien also bis Ende Juli verboten. Das bedeutet, dass damit auch die Saison in der 1. belgischen Fußball-Liga definitiv zu Ende ist. 

Der Rest der Saison kann also auch nicht unter Ausschluss der Öffentlichkeit mit sogenannten „Geisterspielen“ beendet werden. Die Spielzeit endete mit dem 29. Spieltag in der „Jupiler-Liga“.

Jetzt muss der Verband der belgischen Profi-Fußballmannschaften, die ProLeague, entscheiden, ob der FC Brügge tatsächlich zum Meister erklärt wird oder nicht. Entschieden werden muss auch, welche Mannschaften in der nächsten Spielzeit in der Champions- bzw. der Europa League antreten darf. Geklärt werden muss auch, wer zwischen der 1. und der 2. Liga (Liga 1A und 1B) auf- oder absteigt.

Stand der Dinge

Das würde nach aktuellem Stand der Dinge bedeuten: Waasland-Beveren, bei Saisonabbruch Tabellenletzter, wäre der einzige Absteiger. Beerschot und Leuven hatten bei Saisonabbruch die besten Chancen, von der Liga 1B in die Liga 1A aufzusteigen. Club Brügge zieht als belgischer Landesmeister in die Gruppenphase der Champions League ein. AA Gent müsste noch die Vorrunde zur CL überstehen. Als Tabellendritter würde der SC Charleroi in die Gruppenphase der Europa League einziehen. Dies ist eigentlich dem belgischen Pokalsieger vorbehalten, doch das Pokalspiel zwischen FC Antwerp und Club Brügge muss noch gespielt werden.

Die Möglichkeit dazu ist knapp, da bis Ende Juli Spielverbot ist. Der belgische Fußballverband KBVB muss seine Teilnehmer für die europäischen Wettbewerbe bei der UEFA bis zum 3. August einreichen…

Der Verband der Profimannschaften ist gefragt

Die ProLeague, die bereits Anfang April das Saisonaus empfahl, nach dem die Coronakrise ausgebrochen war, trifft sich dazu zur Generalversammlung am 15. Mai. Im belgischen Profifußball liegt ohnehin einiges im Argen: Einige Clubs haben Finanzprobleme und kämpfen um den Erhalt ihrer Lizenzen, andere sind schon pleite. Zudem steht das Spielsystem mit Play Offs unter Beschuss und die Konzentration der Macht im Fußball bei einigen wenigen Personen ist auch einigen ein Dorn im Auge - auch gerade im Rahmen des aktuellen Lizenzgerangels.