Nationaler Sicherheitsrat lockert die Möglichkeiten für mehr "soziale Kontakte" schon ab Sonntag

Belgiens Premierministerin Sophie Wilmès (MR - Foto) gab nach einer weiteren Sitzung des erweiterten nationalen Sicherheitsrates am Mittwoch in Brüssel bekannt, dass ab dem kommenden Sonntag mehr soziale Kontakte in Familien- und Freundeskreis möglich sein werden. Hinzu kommt die Bestätigung des Vorhabens, die Geschäfte wieder zu öffnen. Dies geschieht ab Montag, den 11. Mai. Sportveranstaltungen bleiben vorerst bis zum 31. Juli untersagt.

Ab dem kommenden Sonntag, dass ist der 10. Mai (und zudem Muttertag), darf jeder Haushalt in seiner Wohnung oder in seinem Haus 4 Personen aus dem Familien- oder Freundeskreis empfangen. Dabei muss der körperliche Abstand von 1,5 Metern zwischen zwei Personen garantiert bleiben. Premierministerin Wilmès empfahl, dort, wo es möglich ist, in den Garten oder auf die Terrasse zu gehen. 

Besuche in Haushalten, in denen eine Person am Coronavirus erkrankt ist, sind ausdrücklich und strengstens verboten. „Dieses System erleichtert die Rückverfolgung von Kontakten, falls sich jemand mit dem Coronavirus anstecken sollte“, so Wilmès.

Zu kontrollieren sei dies nicht, so die Regierungschefin, die in diesem Zusammenhang an den gesunden Menschenverstand der Belgier appellierte: „Sehen sie dies bitte als einen Vertrag an, den wir gemeinsam abschließen.“

Geschäfte

Ab Montag, den 11.Mai, dürfen die Geschäfte in Belgien wieder öffnen, aber auch hier wieder unter dem Respekt aller bisher erlassenen Regelungen. In den Läden darf sich nur ein Kunde pro 10 m² aufhalten und dies auch nur für 30 Minuten. Die Premierministerin unterstrich, dass gemeinsame Shoppingtouren unter Freunden verboten sind: „Es darf nur immer eine Person einkaufen!“ Allerdings dürfen Kinder unter 18 Jahren ihre Mutter oder ihren Vater begleiten und Personen, die Hilfe benötigen, dürfen ausdrücklich ebenfalls begleitet werden. Jeder Kunde muss in einem Geschäft ab Montag einen Mund- und Nasenschutz tragen, also eine Mundschutzmaske.

Die Besitzer und Betreiber der Geschäfte sind dazu verpflichtet, sowohl die Sicherheit und Gesundheit ihrer Kunden, als auch ihres Personals zu gewährleisten. Auch in Geschäftsstraßen und Einkaufszentren sind Menschenansammlungen verboten und zu vermeiden, so Wilmès: „Wenn dort zu viel los ist, kehren sie um und kommen sie zu einem anderen Zeitpunkt zurück!“

Abwarten…

In dieser Phase 1B bleiben Märkte vorerst noch untersagt. Lediglich Foodtrucks oder mobile Anbieter von Lebensmitteln oder Speisen dürfen ihre Arbeit ab Montag wieder anbieten. Aber, weitere Schritte in diese Richtung sind in der nächsten Phase, die für den 18. Mai geplant ist, vorgesehen, wie die Einzelhandelsverbände schon begrüßten.

Vorerst bleiben Sportveranstaltungen bis zum 31. Juli in Belgien noch verboten und kurzfristig werden auch noch keine Gastronomiebetriebe (Cafés, Restaurants) oder touristische Attraktionen öffnen dürfen. Alle Augen sind aber auf die nächste Phase, die Phase 2 ab dem 18. Mai, gerichtet: „Wir werden gemeinsam mit den Experten schauen, ob es möglich sein wird, u.a. eventuell auch wieder Märkte, Museen und Bibliotheken oder Zoos zu öffnen. Wir prüfen auch, ob Kontaktberufe, wie Frisöre, wieder öffnen können. Und wir untersuchen, ob wir wieder mehr Personen bei Hochzeiten oder Beerdigungen zulassen können.“ Dann beginnt auch wieder der Unterricht in der Unter- und der Sekundarstufe. Daran arbeiten die Schulbehörden bereits seit geraumer Zeit, wie Premierministerin Wilmès unterstrich.

Basisregeln

Die Regierungschefin erinnerte daran, dass sich alles im Rahmen der geltenden Basisregeln abspielen muss: Homeoffice bleibt die Norm; öffentliche Verkehrsmittel sind mit Mundschutzmasken nur dann zu nutzen, wenn es keine Alternativen dazu gibt; Einhaltung der Abstandsregeln (1,5 m zwischen zwei Personen); Beachtung der Hygieneregeln (Hände waschen und desinfizieren, in die Armbeuge husten…).

Wilmés bedankte sich am Ende ihrer Pressekonferenz ausdrücklich bei allen Experten, die der belgischen Regierung in allen Fragen beistehen, bei allen, „die das Land weiter am Laufen halten“ und auch bei der Bevölkerung, die sich im Allgemeinen, so schwer dies auch sei, den Umständen anpassen. Sie rief erneut dazu auf, dass die Leute auf sich selbst aufpassen sollen und auch auf die anderen. Und allen, denen geholfen werden müsse, sollte auch weiter geholfen werden: „Aber, die Gesundheit ist und bleibt unsere Priorität!“