Brüsseler Gastronomen platzieren Kochschürzen auf dem Großen Markt

Viele Gastronomiebetriebe aus Brüssel leiden enorm unter den Einschränkungen, die die Coronakrise in diesen Tagen, Wochen und Monaten von uns allen verlangen. Alle Unternehmen in diesem Sektor sind seit Ausbruch des Virus geschlossen und es steht zu befürchten, dass dies noch lange so bleiben muss. Diese Krise aber richtet auch in der Gastronomie ein regelrechtes Blutbad an und darauf wollen die hier aktiven Unternehmer mit ihrer spektakulären Aktion hinweisen.

Coralie Michiels von „Restaurant Nouvelle“ sagte dazu gegenüber den Tageszeitungen Het Laatste Nieuwe und Le Soir: „Wir liegen seit 57 Tagen in einem künstlichen Koma. Wenn wir den Tod vermeiden wollen, dann muss die Politik eingreifen.“

Um diesem Aufruf Druck zu verleihen, wurden am Donnerstag nach und nach hunderte Kochschürzen auf dem Großen Markt vor dem Rathaus im historischen Brüsseler Stadtzentrum ausgebreitet. „Das sieht aus wie ein Friedhof und damit wollen wir deutlich machen, wie schwer dieser Schock für unseren Sektor ist“, so Michiels.

Schwerer Schlag für Gastronomen und auch für deren Mitarbeiter

Jan Janssen vom Restaurant „Belga Queen“ gab gegenüber dem VRT-Sender Radio 2 Brüssel/Flämisch-Brabant zu verstehen, dass bei weitem nicht nur die Unternehmer, die Gast- und Kneipenwirte, die Hoteliers oder die Spitzenköche unter der Krise leiden, sondern auch deren Personal: „Denken Sie mal an die Kellner, die Spülkräfte, die Küchenhilfen, die Reinigungskräfte. Das sind oft Leute, die nirgendwo anders arbeiten können. Die sitzen jetzt zuhause. Ich befürchte, dass diese Schließung schwere Folgen für unser Gewerbe in Brüssel haben wird.“ 

„Denken Sie mal an die Kellner, die Spülkräfte, die Küchenhilfen, die Reinigungskräfte. Das sind oft Leute, die nirgendwo anders arbeiten können. Die sitzen jetzt zuhause. Ich befürchte, dass diese Schließung schwere Folgen für unser Gewerbe in Brüssel haben wird.“

Jan Janssen, Restaurant „Belga Queen“

Einige Gastronomen haben Glück, weil die Besitzer ihrer Lokale, oft Privatleute oder Brauereien zeitweilig auf die Pachten und Mieten verzichten. Doch dies macht bei weitem nicht jeder, so laufen bei vielen Gastwirten die Mieten und andere Kosten einfach weiter und dies bei null einnahmen.

Die Brüsseler Gastronomen fordern mit ihrer Aktion denn auch zusätzliche Unterstützungsmaßnahmen, wie z.B. eine Senkung der Mehrwertsteuer auf ihre Produkte und eine Verlängerung des Kurzarbeits-Systems bis mindestens zum Ende des Jahres. Interessant ist, dass viele Gastronomen und deren Mitarbeiter über die sozialen Medien weiter Kontakt mit ihren Stammkunden halten. 

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