Yorick Jansens

Flanderns Exportwirtschaft verliert rund ein Drittel ihres Volumens

Die Exporte von flämischen Unternehmen sind in den vergangenen beiden Monaten um rund ein Drittel ihres normalen Volumens gesunken. Dies ist aus der aktuellen „Corona-Umfrage“ des flämischen Arbeitgeberbandes VOKA ersichtlich, für die rund 900 Unternehmen befragt wurden. Auch auf belgischer Gesamtebene sind die Exporte in diesem Jahr um rund 10,6 % zurückgegangen, wie die EU-Kommission berechnet hat.

„Dies ist für ein Land, in dem rund 30 % der Beschäftigten vom Export abhängen, alarmierend“, so Hans Maertens, der CEO des flämischen Arbeitgeberverbandes VOKA zu den aktuellen Ausfuhrzahlen. Die Exporte sind im Zuge der Covid-19-Gesundheitskrise auch hierzulande gehörig unter Druck geraten und werden wohl in den kommenden drei bis vier Monaten unter ihrem normalen Volumen bleiben, so VOKA-CEO Maertens.

Die Nachfrage nach in Belgien bzw. im belgischen Bundesland Flandern hergestellten Gütern und Waren sind deutlich geschrumpft und deshalb geht auch rund die Hälfte der zu der aktuellen Studie befragten Geschäftsleute und Unternehmer davon aus, dass sich die Lage nicht grundlegend bis zum Ende des Sommers verbessern wird.

Geschlossene Grenzen

Etwa jedes vierte hier befragte Unternehmen musste feststellen, dass die jeweiligen Exporte seit Ausbruch der Coronakrise um mehr als drei Viertel des normalen Volumens gesunken sind. Und jedes fünfte Unternehmen hierzulande hat Probleme mit der Tatsache, dass das eigene Personal nicht international einsetzbar ist - sei es durch die Einschränkungen im eigenen Land oder auch dadurch, dass andere Länder derzeit Einreisen verbieten - auch von Arbeitskräften.

Einheitliche EU-weite Vorgehensweise gefordert

Auch deshalb fordert VOKA-CEO Hans Maertens eine einheitliche Regelung für den freien Verkehr von Arbeitskräften innerhalb der Europäischen Union. Diese Forderung unterstützt auch Bundesfinanz- und Vize-Premierminister Alexander De Croo (Open VLD). Das Problem betrifft Flandern gleichermaßen, wie auch die Wallonie, wo die Exportzahlen schon zu Beginn der Coronakrise um über 40 % zurückgegangen sind. Dies sei schlimmer als während der Finanzkrise im Jahr 2008, so Jean-Christophe Dehalu, Volkswirt bei der Wallonischen Unternehmer-Union.

Die EU-Kommission erwartet für Belgien im laufenden Jahr 2020 einen Rückgang bei Exporten und Dienstleistungen um 10,6 %. Etwa den gleichen Prozentsatz erwartet Europa auch bei den Importen nach Belgien. Einziger Trost ist, dass sich die allgemeine Handelsbilanz für unser Land damit im Gleichgewicht hält, wenn diese Entwicklung denn überhaupt als Trost angesehen kann…