Notdekret in Flandern: Schulen können selbst entscheiden, wie sie das Jahr abschließen

Die Schulen in Flandern können, wenn sie das wollen, das laufende Schuljahr bis zum 7. Juli weiterlaufen lassen. Ein entsprechendes Nordekret der flämischen Landesregierung soll den Direktionen und den Lehrern dabei zeitlich weitere Möglichkeien einräumen und ihnen Rechtssicherheit dazu geben, ihre Schüler zu bewerten und die Abschlüsse festzulegen. 

Das bedeutet auch, dass die Unterstufen und die Sekundarschulen ihr eigenes Schulreglement dahingehend anpassen können. Dieses Dekret wurde verabschiedet, weil die Coronakrise dafür sorgt, dass die Prüfungen und schulischen Klausuren zu den entscheidenden Abschlüssen (z.B. Mittlere Reife oder Abitur) nicht so verlaufen, wie normal.

Das bedeutet aber nicht, dass die Unterrichte bis Anfang Juli weitergehen sollen. Die Schulkinder betrifft diese Möglichkeit nicht. Die können, wie sonst auch, spätestens Ende Juni in die Sommerferien gehen.

Dieses Notdekret verhindert auch, dass die einzelnen Schulen oder Schulträger in juristische Verfahren verstrickt werden. Möglicherweise hätten Eltern oder Schüler sonst das Urteil ihres Klassenrates anfechten können, da eben dieses Schuljahr 2019-2020 nicht auf dem normalen Weg und nach dem Schulreglement, dass die Eltern und die Schüler am Anfang des Schuljahres unterschrieben haben, verlaufen ist.

„Auf diesem Wege bieten wir den Schulen Rechtssicherheit und Flexibilität bei den Entscheidungen über den weiteren Verlauf des Schuljahres und wir verschaffen Eltern und Schulkindern die notwendige Deutlichkeit“, so Koen Daniëls (N-VA), Abgeordneter im Flämischen Landesparlament im Vorfeld der Abstimmung zu diesem Notdekret für das Schulwesen in Flandern.