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Die "Vierer-Regel": Staatsblatt präzisiert die Besuchsmöglichkeiten ab Sonntag

Wenn ab dem kommenden Sonntag im Zuge der Lockerungen der Coronamaßahmen in Belgien wieder Besuche innerhalb von Familien möglich sind, dann sollten sich möglichst nur höchstens vier Personen aus zwei verschiedenen Haushalten treffen. Dies empfiehlt der Virologe Steven Van Gucht, der auch Mitglied des Krisenzentrums der belgischen Bundesregierung in Sachen Covid-19-Epdemie ist. Das belgische Staatsblatt präzisiert diese „Vierer-Regel“ jetzt. 

Die neue Besuchsregelung, die ab Sonntag, den 10. Mai gilt, ermöglicht, dass jeder Haushalt in seiner Wohnung oder in seinem Haus 4 Personen aus dem Familien- oder Freundeskreis empfangen darf. Das müssen aber stets dieselben Personen sein, die sich treffen können, zusätzlich zu denen, die bereits im gastgebenden Haushalt unter einem Dach leben.

Dabei muss der körperliche Abstand von 1,5 Metern zwischen zwei Personen garantiert bleiben. Empfohlen wird, wo es möglich ist, mit seinen Gästen in den Garten oder auf die Terrasse zu gehen. Dazu rät das Krisenzentrum in Brüssel eindringlich und der Virologe Steven van Gucht erinnerte die Menschen im Land daran auch wieder an diesem Freitag im Rahmen des Pressebriefings zu den Corona-Statistiken.

Mischen sich Personen aus mehr als zwei Haushalten, dann erweitert sich auch der Personenkreis, in dem sich das Coronavirus wieder ausbreiten könne. Daher gilt die Empfehlung, „bitte nur in der eigenen Blase zu bleiben!“ Das bedeutet für viele Familien, dass sie vor einer schwierigen Auswahl stehen, denn es gilt zu entscheiden, wen man in den kommenden Wochen besuchen oder empfangen kann.

Das Staatsblatt präzisiert die „Vierer-Regel“

Das belgische Staatsblatt, mit dessen jeweiligem Erscheinen die dort veröffentlichten Gesetze und Regelungen in Kraft treten, präzisiert diese „Vierer-Regel“. Demnach muss wie folgt vorgegangen werden: „Ein Haushalt, ungeachtet seiner Größe, darf zu Hause bis zu vier Personen empfangen. Diese vier Personen sind stets die gleichen Personen, sind aber nicht unbedingt Teil eines gleichen Haushalts.“ Das bedeutet z.B., dass ein Vierpersonen-Haushalt einen anderen Vierpersonen-Haushalt besuchen darf.

Weiter sagt das Staatsblatt: „Wenn eine Person aus einem Haushalt bei einer anderen Person zu Hause eingeladen ist, dann bindet sich deren gesamter Haushalt, auch wenn diese Person alleine zu Besuch ist.“ Das ist eine wichtige Nuance: Wenn ein Mitglied einer Familie, in der noch drei weitere Personen leben, einen anderen Haushalt besucht, dann dürfen die jeweils anderen drei Personen keine andere Haushalte besuchen.

Das „Besuchsrecht“ bindet sich damit an den Haushalt, den ein Familienmitglied besucht hat: „Die Mitgliedern dieser auf diese Weise neugebildete „Gruppe“ dürfen zu Hause weder andere Personen empfangen, noch besuchen.“ Das bedeutet eigentlich, dass sich diese zwei Haushalte dann zu einer „Besuchseinheit“ machen. Das erleichtert die Auswahl der Betreffenden allerdings absolut nicht und wird zu Enttäuschungen führen.

Diese Regelung im Rahmen der ersten Lockerungen und dem Angebot der belgischen Regierung, mehr soziale Kontakte zu ermöglichen, soll bei eventuellen Ansteckungen mit dem Virus das Kontaktverfolgen erleichtern und eine eventuelle Verbreitung einschränken.

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