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Niedrige Grundwasserpegel: Flandern weiterem trockenen Sommer nicht wirklich gewappnet

Neue Messungen haben ergeben, dass die Grundwasserpegel in 93 % der Messpunkte in Flandern wieder gesunken sind. 64 % der insgesamt 154 Messpunkte geben an, dass die Pegel niedrig bis sehr niedrig stehen. Das birg große Probleme, falls der Sommer in diesem Jahr wieder so trocken wird, wie in den letzten Jahren. Flandern ist in dieser Hinsicht nicht wirklich gut aufgestellt.

Es hat zwar in den vergangenen Tagen auch in Flandern gut geregnet, doch in Anbetracht des Trends der vergangenen Wochen ist ein trockener Sommer eher möglich, als ein Sommer mit wechselhaftem Wetter mit Sonne und Regen. Seit Mitte März hat es schon wieder weniger geregnet, als normalerweise der Fall ist. Für den Grundwasserstand im belgischen Bundesland Flandern sind das keine guten Aussichten.

Anfang März waren die Grundwasserpegel mehr oder weniger auf einem sicheren Stand, doch seitdem sind die Pegel wieder gesunken. Anfang April wurden wieder niedrige bis sehr niedrige Pegelstände an 45,5 % der Pegelmesspunkte aufgezeichnet.

Jetzt, Anfang Mai, sind die Pegelstände weiter gesunken, wie die aktuellen Messungen ergeben haben und zwar an 64 % der Messpunkte. Katrien Smet von der regionalen Flämischen Umweltgesellschaft (VMM) sagte dazu gegenüber VRT NWS: „An 93 % der Messstellen sehen wir einen Rückgang.“

Keine guten Aussichten

Das ist der Fall in allen Provinzen in Flandern, so Smet weiter: „Wir haben Ende April, Anfang Mai eine Stabilisierung beobachtet, als etwas Regen gefallen war. Das waren gute Nachrichten, denn sonst hätten wir noch niedrigere Grundwasserpegel. Wir befinden uns heute, Anfang Mai, in der gleichen Situation, wie im April letztes Jahr.“

Das sei kein guter Anfang, so Katrien Smet, denn wir würden vor einem weiteren trockenen Sommer stehen: „Wir müssen die Lage genau verfolgen. Wir merken inzwischen auch, dass verschiedene Wasserläufe niedrigere Wasserstände aufweisen.“

Das betrifft zum Beispiel Wasserläufe, die nicht schiffbar sind, wie die alte Maas in Limburg und die Becken von Dijle und Demer: „Hier gelten präventiv schon einige Maßnahmen, um das Wasser aufzuhalten, in dem es gestaut wird oder über Klappen.“

Vorläufig noch klein Trinkwassermangel

Ein Problem für die Trinkwasserversorgung in Flandern liege aber noch nicht vor, heißt es bei der Flämischen Umweltgesellschaft, obschon der Gouverneur der Provinz Antwerpen bereits einige ökologisch wichtige Wasserläufe unter Schutz gestellt hat. Das bedeutet z.B., dass Landwirte dort kein Wasser mehr abpumpen dürfen.

Die Lage sei noch nicht so, dass man allgemein solche Schritte einleiten müsse, so Karien Smet von der VMM: „Es gilt eine erhöhte Wachsamkeit. Es ist sowieso keine gute Idee, Wasser zu verschwenden, im ganzen Jahr nicht. Es ist immer gut, sparsam mit Wasser umzugehen. Wir brauchen dazu keine Maßnahmen von den Behörden.“