Bundesinnenminister De Crem widerspricht dem Gouverneur: Limburger dürfen (noch) nicht zum Familienbesuch in die Niederlande fahren

Die Einwohner der Provinz Limburg werden sich noch etwas gedulden müssen, bevor sie Freunde oder Familien in den Niederlanden wieder besuchen dürfen. Minister Pieter De Crem (CD&V) widersprach am Samstagmorgen Gouverneur Michel Carlier, der behauptet hatte, der Grenzverkehr sei für Besuche in der Grenzregion auch ab dem 10. Mai wieder geöffnet.

Aber der Bundesinnenminister will erst mit der Expertengruppe beraten, ob eine Grenzöffnung in der aktuellen Lage erlaubt sei.

„Der Nationale Sicherheitsrat hat entschieden, dass eine Expertengruppe die allmähliche Lockerung der Ausgangsbeschränkungen vorbereitet. Dabei müssen auch die Lage im Ausland, der Verbreitungsgrad des Virus und die in diesem Land getroffenen Maßnahmen berücksichtigt werden“, hieß es im Bundesinnenministerium. Es handele sich um eine politische Entscheidung, die von einem wissenschaftlichen Gutachten getragen werden müsse.

Auf belgischer Seite wohnen besonders viele Niederländer, die noch nicht von den gelockerten Besuchsregeln profitieren können.

In den Provinzen Ostflandern, Flämisch-Brabant und Antwerpen bilden sie die größte Ausländergemeinschaft. In flämischen Grenzgemeinden wie Baarle-Hertog, Hamont-Achel, Voeren oder Lanaken wohnen 20 Mal mehr Niederländer im Vergleich zum durchschnittlichen Anteil an der belgischen Bevölkerung.

2017 zählte das belgische Statistikamt über 153.000 Niederländer mit einem Wohnsitz. Weil die Zugezogenen auch manchmal die belgische Staatsbürgerschaft anfragen, liegt die tatsächliche Anzahl noch höher.

Zu Belgiens Reizen zählen die bezahlbaren Grundstücks- und Wohnungspreise sowie die abwechslungsreiche und vergleichsweise dünn besiedelte Natur.