Stad Brugge

Ladenbesitzer bereiten ihre Wiedereröffnung vor

Die Geschäfte werden am morgigen Montag wiedereröffnen in Belgien. Doch auch am heutigen Sonntag ist kein Ruhetag für die Ladenbesitzer. Im Gegenteil, sie arbeiten hart daran, die Geschäfte vorzubereiten, damit die Kunden sicher einkaufen können.

Die Kunden, die das Geschäft „The Little Ones“, ein Fachgeschäft für Babykleidung, betreten, müssen sich die Hände desinfizieren, sagt der Besitzer, Koen Cuypers. Schwierig werde es, wenn sie die Kleider anfassten und den Kindern überzögen. Dann müsse man die Kleider aus dem Regal nehmen und auf die Seite legen und dort auch 72 Stunden liegen lassen.

„Wir haben Pfeile auf dem Boden angebracht, so dass sie wissen, in welche Richtung sie gehen müssen. Es geht nur in eine Richtung. Wenn man auf jemanden stoßen sollte, kann man rechts oder links ausweichen und kurz warten“, erklärt die Miteigentümerin von „The Little Ones“, Sofie Cuypers.

„Wir bitten die Leute auch direkt am Eingang, eine Mundmaske zu tragen“, fügt Koen Cuypers hinzu. Es sei keine Pflicht, aber gewünscht.

Auch im Geschäft der Schuhkette Torfs hat man Vorsichtsmaßnahmen genommen. Am Eingang steht auch hier ein Desinfektionsgel und eine Schale mit 60 schwarzen Schuhlöffeln. Damit wolle man die Zahl der Kunden kontrollieren. Wenn die Schuhlöffel aufgebraucht seien, dürfe keiner mehr ins Geschäft gelassen werden. „Die wichtigste Maßnahme ist jedoch, dass die Kunden gebeten werden, die Schuhe mit Socken anzuprobieren. Wenn man eigene dabei hat, umso besser. Wenn man keine mitgebracht hat, stellt das Geschäft welche zur Verfügung. Die Socken werden selbstverständlich abends gewaschen“, so Wouter Torfs, der CEO der Schuhkette Torfs. Auch von den Nylonsocken für Damen habe man sehr viele. Das sei also 100% ok.

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Archivfoto Wouter Torfs

An der Kasse sind Abstandsmarkierungen für die Kunden und Torfs hat sogar eine Art Schuhprobierstand entwickelt. Bei diesem setzt sich zum Beispiel ein Kind auf einen Hocker, kann seine Füße ausstrecken, wird aber durch eine Plexiglasscheibe vom Verkäufer getrennt und kann dadurch sicher bedient werden. Natürlich sei der Spielbaum im Geschäft abgeriegelt, so der CEO. Hier dürfen also die Kinder, während sich die Eltern Schuhe ansehen, nicht wie sonst üblich spielen gehen. Und der Tischfußball mitten im Geschäft darf ebenfalls noch nicht wieder benutzt werden.

Unizo, der Verband unabhängiger Unternehmer, freut sich, dass die Geschäfte wieder öffnen dürfen. Acht Wochen geschlossen zu haben, ist für viele eine finanzielle Katastrophe; und nicht jeder kann Online-Shopping anbieten. Darüber hinaus führten die Einschränkungen laut Unizo zu unlauterem Wettbewerb, weil die Supermärkte geöffnet bleiben durften und die kleinen Geschäfte nicht.

Was die Wiedereröffnung anbelangt, so gilt die Regel: eine Person pro Familie im Laden und maximal eine halbe Stunde im Laden bleiben, obwohl es Ausnahmen gibt.

Für mehrere Produkte sei es schwierig, sie in einer halben Stunde zu kaufen, so Danny Van Assche, Geschäftsführer von Unizo. Manchmal sei es auch kompliziert, etwas alleine zu kaufen, zum Beispiel der Kauf eines Autos, eines Möbelstücks oder einer Küche oder sogar der Kauf von Eheringen beim Juwelier. „Hierfür braucht man sicher mehr als eine halbe Stunde und das darf man mit zwei Personen erledigen. Man muss nur vorher einen Termin ausmachen und dann kann das Geschäft das Gespräch auf sichere Art und Weise organisieren.“

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