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Lange Wartelisten bei Immobilienmaklern für Besichtigungen vor Ort

An diesem Montag durften in Belgien auch wieder die Immobilienbüros für Privatpersonen ihre Türen öffnen. Die Makler mussten aber erst einmal die langen Wartelisten für Besichtigungen vor Ort abarbeiten. "Für einige Immobiliengruppen waren 2.000 bis 3.000 Besuche vor Ort pro Woche geplant", so Dorien Stevens vom Berufsverband der Immobilienmakler (BIV).

Stevens sieht eine allgemeine Tendenz von sowohl größeren als auch kleineren Büros mit langen Wartelisten und zwar sowohl für Miet- als auch für Kaufobjekte. Nach acht Wochen Stillstand sei es schwierig vorherzusagen, ob es einen Höhepunkt bei der Zahl der Transaktionen auf dem Immobilienmarkt geben werde. Stevens rechnet jedenfalls nicht mit einem Rückgang.

"Immobilien sind eine stabile Investition, so dass sie für Leute, die investieren wollen, interessant bleiben", erklärt Stevens. "Bankvolkswirte sagen einen Preisrückgang von 1 bis 2 Prozent voraus, aber viele Belgier sind auch vorübergehend arbeitslos, so dass weniger Einkommen zur Verfügung steht. Mehrere Faktoren spielen eine Rolle."

Kristophe Thijs vom flämischen Verband der Immobilienberufe (CIB) rechnet ebenfalls mit arbeitsreichen Wochen, aber nicht mit Überrumpelungen, denn es seien klare Vereinbarungen getroffen worden. Gemeinsam mit BIV, Federia und SF 323 hat die CIB Flandern einen Branchenleitfaden mit Richtlinien für Immobilienfachleute, Kauf- oder Mietinteressenten und den Eigentümern/Nutzern erstellt. "Darin sind etwa fünfzig Maßnahmen enthalten, wie zum Beispiel maximal zwei Kauf- oder Mietinteressenten pro Besuch", unterstreicht Thijs.

Genau wie BIV will CIB Flandern keine Prognosen wagen. "Der Stillstand wird aufgeholt, und der Zinssatz ist ein Vorteil, aber der Verkauf von Häusern hat auch mit Verbraucher-Vertrauen zu tun. Was das betrifft, können wir nur 'spekulieren'", so Thijs.

Was CIB Flandern mit Sicherheit sagen kann, ist, dass das digitale Unterschriften in den letzten Wochen einen enormen Aufschwung erfahren haben. "Vom 20. März bis zum 31. April wurden knapp 3.000 Mietverträge und Kompromisse über unsere Plattform unterzeichnet", berichtet Thijs auch noch.