Belgiens Unternehmer haben Angst vor einem zweiten Lockdown: "Das überleben wir nicht"

Dass auch die Wirtschaft in Belgien unter den Folgen der Coronakrise leidet, ist nichts Neues. Jetzt, da die Regierung sukzessive ihre strengen Maßnahmen gegen die weitere Ausbreitung des Virus lockert, können auch die hiesigen Unternehmen wieder langsam und Schritt für Schritt hochfahren. Doch die Unternehmer haben Angst vor einer zweiten Covid-19-Welle und einem zweiten Lockdown: „Das überleben wir nicht. Das wird ein Blutbad“.

In den Augen der Virologen und der Epidemiologen geht es nicht darum, ob es eine zweite Coronawelle geben wird, sondern wann sie kommen wird. Das sagt auch Dr. Erika Vlieghe, die Vorsitzende der Exitgruppe, die die belgische Bundesregierung in Sachen Umgang mit Covid-19 und den entsprechenden Lockerungen der getroffenen Maßnahmen berät. Ob es dabei zu zwingend einem weiteren Lockdown kommen muss, ist aber unklar, zumindest beim heutigen Stand der Dinge. 

Jetzt ist es daran, das Virus lahmzulegen und nicht die Wirtschaft.“

Hans Maertens, CEO des Flämischen Unternehmerverbandes VOKA

Die Unternehmer aber rechnen damit und sie befürchten dann Schlimmstes, wie Hans Maertens, CEO des Flämischen Unternehmerverbandes VOKA angibt: „Jetzt ist es daran, das Virus lahmzulegen und nicht die Wirtschaft.“ Maertens würde dabei auf weiträumige Tests setzen und auf massives Kontakt-Verfolgen. Aus einer neuen Umfrage des VOKA bei 800 seiner Mitglieder wurde deutlich, dass ein Viertel der Befragten davon ausgeht, einen zweiten Lockdown nicht überleben zu können. 

Wenn noch ein Lockdown folgt, dann müssen wir das zielgerichtet angehen und bei einem lokalen Aufflackern drastisch vorgehen.“

Pieter Timmermans, CEO des Belgischen Unternehmerverbandes VBO

Nach Angaben des VBO, dem Belgischen Unternehmerverband, belaufen sich die ökonomischen Verluste in Belgien (ohne die Hilfsmaßnahmen der belgischen Regierung) seit Mitte März auf rund 25 Mio. €. Ein zweiter Lockdown würde für 5 bis 10 % der hiesigen Unternehmen das Aus bringen, so VBO-CEO Pieter Timmermans: „Das müssen wir auf jeden Fall vermeiden. Das würde enorme Folgen haben. Wir können das nicht nochmal machen. Wenn noch ein Lockdown folgt, dann müssen wir das zielgerichtet angehen und bei einem lokalen Aufflackern drastisch vorgehen. Doch es darf keinen vollständigen Lockdown mehr geben.“