Die neuen Trambusse von De Lijn sind ab Ende Juni im Brüsseler Nordrand unterwegs

Die flämische Nahverkehrsgesellschaft De Lijn wird ab dem 28. Juni am Brüsseler Nordrand die ersten Trambusse einsetzen. Gerade dort sind alternative Verkehrsmittel dringend angesagt, denn im Norden der belgischen Hauptstadt staut sich der Verkehr auf Straßen und Autobahnen fast permanent. Ein Trambus kombiniert jeweils die Vorteile einer Straßenbahn und eines herkömmlichen Busses.

De Lijn hofft, mittelfristig mit den Trambussen im Brüsseler Norden in der Provinz Flämisch-Brabant bis zu 10.000 Autos im Kurzstreckenverkehr von der Straße holen zu können. Der Trambus wird auf der Linie 820 zwischen dem Brüsseler Nationalflughafen in Zaventem und der Universitätsklinik im Brüsseler Stadtteil Jette eingesetzt. Zwischenhalte werden z.B. im Ortskern und am Bahnhof in Vilvoorde eingelegt.

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Geplant ist, dass die Trambusse im Sommer alle 30 Minuten unterwegs sein werden und ab September, wenn die Schule wieder anfängt, soll die Frequenz noch erhöht werden. Doch das Verkehrsaufkommen wird letztendlich in den kommenden Wochen und Monaten noch vom Umgang mit dem Coronavirus abhängen bzw. von den Maßnahmen der belgischen Bundesregierung und deren Lockerungen.

Eigentlich sollen die ersten 14 Trambusse schon ab September 2019 eingesetzt werden. Dazu wurden seinerzeit 50 Busfahrer von De Lijn geschult, doch technische Probleme und Anpassungen an die Verkehrsgesetzgebung verhinderten dies zunächst. Der nächste Termin wäre Angang April gewesen, doch dies verhinderte der Corona-Lockdown. 

Mehr als nur ein Versuch

Die Fahrzeuge sind dreiteilige Gelenkbusse, die 24 Meter lang sind, also deutlich länger, als ein herkömmlicher Bus. Sie bieten 137 Fahrgästen Platz. Das Depot der Trambusse von De Lijn befindet sich in Vilvoorde in der Schaarbeeklei.

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In einer ersten Phase werden diese Fahrzeuge allerdings mehr oder weniger auf den „normalen“ Straßen unterwegs sein, denn eine eigene Bettung haben sie vorläufig noch nicht. Sie umgehen die neuralgischen Verkehrspunkte, in dem sie „über die Dörfer“ fahren. Die eigenen Fahrbahnen für diese Busse werden sukzessive angelegt. Später sollen 16 km der insgesamt 22 km langen Fahrstrecke auf einer eigenen Trambus-Fahrbahn verlaufen.

Die Fahrzeuge wurden von dem belgischen Busbauer Van Hool hergestellt, der in diesem Bereich bereits Erfahrung hat. Die flämische Verkehrsgesellschaft lässt schon jetzt prüfen, ob diese Trambusse auch in anderen Ballungsräumen in Flandern eingesetzt werden können.