KBC rechnet mit mehr als 1 Milliarde EUR an Kreditwertberichtigungen

Als Folge der Corona-Krise rechnet die KBC damit, dass sie in diesem Jahr rund 1,1 Milliarden Euro an Wertminderungen verbuchen muss, weil Kunden ihre Kredite nicht korrekt zurückzahlen. Das hat die Bank/Versicherung bei der Präsentation ihrer Ergebnisse im ersten Quartal mitgeteilt.

Die KBC, die im ersten Quartal einen Nettoverlust von 5 Millionen Euro verzeichnete, ist, wie der gesamte Bankensektor, Krediten von Unternehmen und Privatpersonen ausgesetzt, die infolge der Krise in Schwierigkeiten geraten sind. Im ersten Quartal verbuchte die Gruppe 121 Millionen Euro an Kreditrückstellungen, von denen 43 Millionen Euro bereits im Zusammenhang mit der Pandemie stehen. KBC rechnet mit mehr als 1 Milliarde EUR an Kreditwertberichtigungen.

Im ersten Quartal spielte der Coronavirus nur eine begrenzte Rolle, da die Einschränkungen erst in der zweiten Märzhälfte begannen. Die Auswirkungen werden daher noch weiter zunehmen. Beispielsweise schätzt die KBC derzeit, dass sie in diesem Jahr etwa 1,1 Milliarden Euro an Wertminderungen verbuchen muss. Doch das ist ein "Basisszenario". Abhängig u.a. von der "Dauer und Tiefe" des wirtschaftlichen Abschwungs könnte sich der Betrag in einem pessimistischen Szenario auf 1,6 Milliarden Euro erhöhen.

Laut CEO Johan Thijs sei der Nettoverlust des Konzerns von 5 Millionen Euro in den ersten drei Monaten des Jahres, verglichen mit einem Gewinn von 430 Millionen Euro im Vorjahresquartal, hauptsächlich zurückzuführen auf den Coronavirus. Doch auch die Banksteuern, die zum größten Teil im ersten Quartal verbucht werden, spielten eine Rolle.

Thijs verwies auf die hohe Solvenz- und Liquiditätsposition der KBC, die weit über diesen Mindestanforderungen liege. "Wir freuen uns sehr, dass die harte Arbeit der letzten Jahre Früchte getragen und unsere Gruppe stark und gesund gemacht hat. Infolgedessen versetzen uns unsere derzeitigen Kapital- und Liquiditätspuffer in die Lage, den heutigen Herausforderungen mit Zuversicht zu begegnen", betonte er.

Archivfoto, Johan Thijs