Behörde für Sicherheit der Nahrungsmittel fordert 100.000 Euro Zwangsgeld pro Tag für Katze Lee aus Peru

Für jeden Tag, den die Katze ihr nicht übergeben wird, forderte die belgische Behörde für die Sicherheit der Nahrungsmittelkette 5.000 Euro pro Stunde von der Katzenbesitzerin. Deren Anwalt reagierte entrüstet und bezeichnete die Forderung als unmenschlich. Die Behörde will die Katze, bei der sie Tollwut befürchtet, einschläfern lassen. Der Richter hat der Klage am Freitag nicht stattgegeben.

Auf ihrer Reise nach Peru fand die 23-jährige Selena Ali aus Stabroek Gefallen an einer Katze. Sie nannte sie Lee und beschloss, mit ihrem neuen Haustier zurück nach Belgien zu fliegen. Doch die Föderalagentur für die Sicherheit der Nahrungsmittelkette vermutet, dass Lee die Tollwut hat und will sie einschläfern lassen.

Dem Anwalt der Katzenbesitzerin zufolge, Anthony Godfroid, wurde die Katze am 24. März in Peru gegen Tollwut geimpft. Aber das glaubt die Behörde anscheinend nicht, klagt Godfroid. Mehr noch: „Selena ist 23 Jahre alt. Sie steht am Anfang ihres Berufslebens. Die Behörden verlangen jetzt 5.000 Euro pro Stunde. Das sind 100.000 Euro pro Tag. Man will meine Klientin zerstören. Das ist unmenschlich.“

Vor der Gerichtsverhandlung am Freitagmorgen hatte sogar der flämische Minister für Tierschutz, Ben Weyts von N-VA, der Katze und ihrer Besitzerin seine Unterstützung versichert. Nach der Gerichtsverhandlung wurde Selena Ali von Tierschützern und Sympathisanten bejubelt. Der Richter will sich erst in zwei Wochen über die Sache aussprechen. Bis zur Urteilssprechung muss kein Zwangsgeld bezahlt werden. Katze Lee, der es gesundheitlich bestens geht, muss vorläufig auch nicht in Quarantäne.