Nicolas Maeterlinck

Rettung von Brussels Airlines: Spitzentreffen zwischen Lufthansa und belgischer Regierung verlief positiv

Man sei sich näher gekommen, hieß es Freitagnachmittag nach dem Treffen von Lufthansa-Chef Carsten Spohr und der belgischen Regierung  in Brüssel. Brussels Airlines braucht frisches Kapital, um die Coronakrise überleben zu können. Als Gegenleistung für einen Überbrückungskredit verlangt die belgische Regierung mehr Mitsprache, Garantien für die Zukunft der Gesellschaft und ihre Verankerung auf Brussels Airport.

Der belgische Staat war bei dem Spitzentreffen von Premierministerin Sophie Wilmès, Wirtschaftsministerin Nathalie Muyle (CD&V) und Finanzminister Alexander De Croo (Open VLD) vertreten.

Als Gegenleistung für einen 290 Millionen Euro schweren Überbrückungskredit hat die belgische Regierung Zusagen für die Zukunft gefordert: u. a. eine Aktienbeteiligung von 25 % + 1 Aktie, den Ausbau der Flotte und der Flugziele sowie Garantien für die Position der Tochter innerhalb der Lufthansagruppe (mit u. a. Swiss, und Austrian). 

Dem Spitzentreffen waren in den vergangenen Wochen Gespräche zwischen Lufthansa- und Regierungsvertretern vorangegangen. Gleichzeitig hatte Brussels Airlines mit den belgischen Behörden auch einen neuen Geschäftsplan ausgearbeitet, der am Dienstag vorgestellt worden war.

Neben dem Abbau von rund 1.000 Arbeitsplätzen enthielt der Geschäftsplan auch eine positive Vision für Brussels Airlines mit kleineren und effizienteren Flugzeugen sowie einem Aufschwung ab 2023. 

Keine verbindlichen Zusagen

Die Lufthansa will aber keine verbindlichen Zusagen machen, weder was die Verankerung auf Brussels Airport betrifft (heute 40 % des Marktanteils), noch was den Ausbau der Flotte betrifft: Brussels Airlines schwebten bereits 15 Langstreckenmaschinen ab 2023 vor, aber Lufthansa hat sich bestenfalls bereiterklärt, die acht Maschinen – nach der Sanierung – nur bis 12 ab 2024 aufzustocken.

Dass der belgische Staat Aktien erwerben könnte, scheint so gut wie ausgeschlossen. Aber dafür sollen mehr Stellen bei Brussels Airlines gerettet werden, als im Geschäftsplan vorgesehen sind.