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Brüsseler Krankenhauspersonal zeigt Premierministerin Wilmès die kalte Schulter

Belgiens Premierministerin Sophie Wilmès wurde am späten Samstag, als sie ein Krankenhaus besuchte, besonders kühl empfangen. Die Pflegekräfte kehrten ihr den Rücken zu, als sie im Sint-Pieters-Krankenhaus in Brüssel eintraf. Das Pflegepersonal beklagt sich über mangelnde politische Aufmerksamkeit in dieser Krise und die schlechte Bezahlung. 

Sophie Wilmès besuche das Delta und das Sint-Pieters-Krankenhaus am späten Samstag, kündigte sie auf Twitter an. Sie bezeichnete die Besuche als "wichtige Momente des Dialogs". Sie fügte hinzu, dass zahlreiche Themen diskutiert worden seien, unter anderem die gesundheitliche und psychische Belastung durch die Coronakrise, sowie die Wertschätzung und die Finanzierung der Gesundheitsversorgung.

Das Treffen begann jedoch unter schlechten Vorzeichen. Das Pflegepersonal ist frustriert über die niedrigen Löhne und unzufrieden über die mangelnden Aufmerksamkeit für die harte Arbeit, die es in den vergangenen Monaten geleistet hat. Als die Premierministerin eintrifft, kehrten ihr alle den Rücken zu - im wahrsten Sinne des Wortes. Obwohl der Besuch eigentlich diskret hätte verlaufen sollen, geriet er so bald belgienweit in die Schlagzeilen.

Das Pflegepersonal fordert zusätzliches Personal, höhere Löhne und das Ende der jahrelangen Sparmaßnahmen. Es ist auch unglücklich über die Art und Weise, wie die Regierung mit dieser Krise umgegangen ist, während der Mitarbeiter zur Arbeit zwangsverpflichtet werden konnten.

Premierminister Wilmès sagte in einer Reaktion, dass sie die Situation verstehe. "Jeder weiß um die schwierige Situation, in der die Pflegekräfte sich befinden. Das war schon vor der Krise so, und die Probleme sind nur noch größer geworden. (...) Es wird notwendig sein, etwas mehr für das Pflegepersonal zu tun. So viel steht fest."