Belgiens Inflation niedriger als in den Nachbarländern, das Einkaufen wurde aber teurer

Die Verbraucherpreise in Belgien sind im ersten Trimester 2020 um 1% angestiegen. Das ist ein geringerer Wert als in den Nachbarländern Deutschland, Frankreich und Niederlande, wo der Durchschnitt der Inflation bei rund 2 % liegt. Allerdings ist ein Einkauf hierzulande etwas teurer geworden. Und jetzt folgen Diskussionen über Corona-Zuschläge im Handwerk. 

Die Inflation in Belgien wurde im März von einem starken Rückgang bei den Energiepreisen gedrückt (Heizöl -26,5 %, Erdgas -16,8 %, Kraftstoffe -16,1 %, Strom -8,3 %) und betrug in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres 1 %, wie das belgische Observationszentrum für Preisentwicklung feststellte. Die Kaufkraft allerdings konnte eben durch die hier genannten sinkenden Energiepreise mehr oder weniger bewahrt bleiben, auch wenn fast jeder zweite Belgier in letzter Zeit zum Online-Einkaufen übergegangen ist.   

Das Zentrum beobachtete auch die Verbraucherpreise für Lebensmittel im Zeitraum März und April 2020. Hier mussten die Käufer besonders bei Obst und Gemüse höhere Preise zahlen. Hier stiegen die Preise um rund 2 %, was nicht nur auf das Rabattverbot in den Supermärkten, dass die belgische Regierung im Rahmen der Coronamaßnahmen gegen Hamsterkäufe einige Wochen lang verfügte, zurückzuführen ist.

Damit bestätigt das Preisobservatorium frühere Berechnungen des Verbraucherschutzverbandes Test Aankoop/Test Achats. Im April sanken allerdings wieder einige Preise im Vergleich mit dem Vormonat April.

Inzwischen fällt auf, dass nicht wenige Berufsstände für ihre Dienstleistung einen Corona-Zuschuss erheben, wie die Verbraucher-Sendung „De Inspekteur“ („Der Inspektor“) im VRT-Sender Radio 2 feststellte. Frisöre fragen sich z.B. rund 5 € Zuschlag und Autowerkstätten bis zu 15 €, um damit die entstehenden Zusatzkosten in Sachen Corona-Schutzmaßnahmen zu finanzieren.

„Der Inspektor“ fragte bei den Wirtschaftsbehörden nach, ob dies zulässig sei und bekam als Antwort: „Ja!“. Doch ein solcher Zuschlag muss für jeden Kunden deutlich ersichtlich sein und er darf im Vergleich zum bisherigen Preisgefüge auch nicht übermäßig hoch angesetzt werden. Bundeswirtschafts- und Verbraucherschutzministerin Nathalie Muylle (CD&V) kündigte an, dass Missbrauch und Wucherzuschläge verfolgt werden. 

Meist gelesen auf VRT Nachrichten