Nach dem Ende des Lockdowns boomt der Fahrradverkauf in Flandern

Während der wochenlangen Ausgangsbeschränkungen im Zuge der Coronamahmen der belgischen Bundesregierung haben sich offenbar viele Zeitgenossen Gedanken zum Thema Fortbewegung, Straßenverkehr und Sport gemacht. Seit rund einer Woche sind die Geschäfte in unserem Land wieder geöffnet und eine Branche verzeichnet einen nie da gewesenen Boom, besonders in Flandern: Die Fahrradläden!

Seit rund einer Woche sind die Geschäfte in Belgien wieder geöffnet und die Menschen gehen wieder einkaufen. Eine Branche freut sich ganz besonders und zwar die Fahrrad-Fachgeschäfte. Vor allem im belgischen Bundesland Flandern finden neue Fahrräder derzeit reißenden Absatz. Laut einer Umfrage unserer Redaktion bei solchen Fachgeschäften in Flandern und beim Dachverband der flämischen Fahrradläden, Traxio, brummt der Verkauf seit einigen Tagen. Das führt mancherorts wohl schon dazu, dass die Geschäfte und der Großhandel mit dem Liefern und mit den Lagerbeständen hinterherhinken…

Normalerweise sind die Monate März, April und Mai Hochsaison im Fahrradhandel, doch in diesem Jahr mussten die Fachgeschäfte aufgrund der Coronakrise schließen, so Filip Rylant von Traxio gegenüber VRT NWS: „Wir hörten von sinkenden Absatzzahlen um 60 %. Nur die großen Läden konnten dies noch mit dem Onlineverkauf kompensieren. Die kleineren Läden haben es ungleich schwerer gehabt.“ Doch letztendlich erweist sich das Frühjahr 2020 nicht als eine verlorene Saison: „Die Hochsaison hat sich ganz einfach nach hinten verschoben. Der Rückgang war tief, doch jetzt ist der Absatz mindestens so hoch, wie die Verluste.“

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Manche Fahrradhändler gaben auf Anfrage von VRT NWS an, dass sie letzte Woche viermal so viele Drahtesel verkauft haben, als in der gleichen Woche im vergangenen Jahr. Einige Läden wurden so von Kunden überrannt, dass sie einen zusätzlichen „Ruhetag“ einführen müssen, um Zeit für Reparaturen für Kundenfahrräder zu haben. Traxio-Sprecher Rylant sagte zu diesem Phänomen: „Die Coronakrise hat wohl vielen die Augen geöffnet. Sie ziehen das Fahrrad jetzt eher dem öffentlichen Nahverkehr vor. Und viele Familien haben sich inzwischen wohl auch auf einen Fahrradurlaub im kommenden Sommer geeinigt. Das hat die Nachfrage weiter erhöht.“

Vielen Fahrradhändlern in Flandern ist auch aufgefallen, dass Kunden häufiger nach Mountainbikes oder nach Rennrädern für Anfänger fragen und hier sind die Lagerbestände in der Preisklasse 1.000 bis 1.500 € wohl derzeit aufgebraucht. Dies birgt zusätzliche Lieferprobleme mit sich, denn die Fahrradhersteller sind auch auf Bauteile aus Asien angewiesen, wo viele Fabriken während der Coronakrise stillgelegt werden mussten. Inzwischen wird dort wieder produziert, doch die Lieferungen sind noch irgendwo auf den Weltmeeren in Containern auf Hochseefrachtern unterwegs nach Europa… Das bedeutet für nicht wenige Kunden, dass sie wohl oder übel etwas anderes kaufen müssen oder dass sie auf die Neuheiten für 2021 warten müssen. 

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