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Belgiens Haushalt steuert auf ein Defizit von 46 Milliarden Euro zu

Belgien wird als Folge der Coronakrise in diesem Jahr voraussichtlich ein Haushaltsdefizit von 10,9% des Bruttoinlandsprodukts (BIP) bzw. rund 46 Milliarden Euro aufweisen. Das haben die Analysten von BNP Paribas Fortis berechnet.

Die Bank verweist auf die Interventionen der Regierung, die zwar den verschiedenen Wirtschaftsakteuren geholfen haben, aber auch eine "rasche" Verschlechterung der öffentlichen Finanzen bewirken.

Die Primärausgaben würden sich auf 59,1 Milliarden Euro belaufen. Das sind rund 9 Milliarden Euro mehr als im vergangenen Jahr. Es wird erwartet, dass die öffentlichen Einnahmen infolge des erwarteten Wirtschaftsrückgangs um etwa 27 Milliarden Euro zurückgehen werden. BNP Paribas Fortis rechnet auch damit, dass sich die Schuldenquote Belgiens auf 123 Prozent des BIP verschlechtern wird.

Aufgrund des niedrigen Zinssatzes und der Refinanzierung der Schulden bliebe die jährliche Zinsbelastung jedoch stabil bei rund 9 Milliarden Euro.    Für 2021 rechnet die Bank immer noch mit einem Haushaltsdefizit von -6,9% des BIP.

"Die Regierung spielt ihre Rolle als Stoßdämpfer, aber irgendwann wird die Rechnung bezahlt werden müssen", heißt es. Dennoch findet BNP Paribas Fortis, dass die belgische Haushaltspolitik zum gegenwärtigen Zeitpunkt verteidigt werden könne. "Die Tatsache, dass sich praktisch alle anderen europäischen Länder in der gleichen Situation befinden, bedeutet, dass sich die Geldpolitik der EZB und die Haushaltsdisziplin des europäischen Kontrollorgans permanent daran anpassen müssen. So schlecht schneidet unser Land also nicht ab."

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