Seit 1833 waren April und Mai nicht so trocken wie 2020

Seit Beginn der Wetterstatistik im Jahr 1833 hat es in Belgien noch nie so wenig geregnet wie im April und Mai in diesem Jahr. Das geht aus den Aufzeichnungen des Königlichen Meteorologischen Instituts (KMI) in Ukkel hervor.

Normalerweise fallen im Mai durchschnittlich 66,5 mm Regen pro Quadratmeter. Bislang sind im Mai nur 5,4 mm gefallen und daran wird sich bis zum 31. Mai auch nichts mehr ändern. Erst für Ende nächster Woche kündigen die Meteorologen Regenschauern an.

Den Aufzeichnungen des KMI zufolge hat es vor 187 Jahren noch weniger geregnet als 2020: 1833 sollen nur 1,4 mm Regen gefallen sein. 1901 war ebenfalls ein regenarmes Frühjahr mit nur 9,3 mm Regen im Mai.

Während im April und Mai durchschnittlich 118 mm Regen pro Quadratmeter fallen, reicht es in diesem Jahr höchstens für 24,4 mm. Das ist noch weniger als beim vorigen Rekord vor 127 Jahren: Im April und Mai des Jahres 1893 fielen 25,9 mm pro Quadratmeter.

Rozemin De Troch vom KMI stellt fest, dass die Trockenheit in diesem Jahr viel früher eintritt. Gewöhnlich sind die Folgen von viel Sonne und wenig Niederschläge erst im Juli oder August zu sehen.

Nur der relativ nasse Monat März rettet das Frühjahr mit 105 mm/m² vor einem neuen Trockenheitsrekord. Normalerweise fallen im März, April und Mai durchschnittlich 188 mm Regen.

Die Wetterstation in Ukkel hat in diesem Frühjahr nur 23 Tage mit Niederschlägen verzeichnet. Im Normalfall wären es doppelt so viele Regentage. 

Sonniger denn je

Noch nie zuvor hat die Sonne so viele Stunden lang geschienen wie in diesem Jahr. Heute oder morgen wird der Rekord an Sonnenstunden von 2011 gebrochen: Damals hatte die Sonne 707 Stunden lang geschienen. In normalen Jahren sehen wir die Sonne im Frühjahr 464 Stunden lang.