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Trinkwasser: Kann Flandern einen trockenen Sommer überbrücken?

Die vergangenen Monate April und Mai waren die trockensten Frühjahrsmonate seit Beginn der Klima- und Wetteraufzeichnungen in Belgien 1901. Dies hat ernste Folgen für die Versorgung mit Trinkwasser und für die Grundwasserpegel, besonders im belgischen Bundesland Flandern. Doch Flanderns Landesumweltministerin Zuhal Demir (N-VA) versichert, dass der kommende Sommer überbrückt werden könne.

Die Umweltministerin führt den akuten Mangel an ausreichenden Reserven für Grund- und Trinkwasser auch auf eine jahrelange schlecht geführte Politik in diesem Zusammenhang zurück. Sie will jetzt das Ruder umwerfen und bis 2050 für 20 % weniger Bodenverhärtung sorgen z.B. durch Beton, Asphalt oder Pflastersteine, damit Regenwasser in den Boden sickern kann und nicht irgendwohin läuft und z.B. ungenutzt in der Kanalisation verschwindet oder gar schlicht und einfach vertrocknet.

Die flämische Landesregierung plant zudem eine ganze Reihe von Projekten zum Bau von neuen Stauanlagen, von Auffangbecken für Regenwasser usw.

Demir glaubt aber, dass die Trinkwasserversorgung für Flandern auch in diesem wohl trockenen Sommer gewährleitstet ist. Allerdings gelten auch einige Einschränkungen in Sachen (Trink)Wasserverbrauch. In einigen Provinzen, z.B. in weiten Teilen von Flämisch-Brabant ist Rasensprengen und Autowaschen schon jetzt verboten. Ähnliche Maßnahmen gelten auch in den Provinzen Limburg und Antwerpen. Das betrifft auch regional das Abpumpen von Wasser aus Wasserläufen durch die Landwirtschaft in fast allen flämischen Provinzen.

Inzwischen sind die Grundwasserpegel in Flandern schon jetzt im Frühjahr so niedrig, wie im Sommer letztes Jahr. Die Vorzeichen sind also eher schlecht, obschon man bereits früher hätte reagieren können. Seit 2011 werden unsere Breitengrade von trockenen und niederschlagsarmen Frühjahrs- und Sommerperioden heimgesucht.

Anfang April stimmte die flämische Landesregierung einer neuen Herangehensweise für die Wasserpolitik für den Zeitraum 2020-2050 zu, die eine „integrale Vision“ beinhaltet und die alle betroffenen Sektoren und Bereiche von Wirtschaft bis Privatleben umfasst. Jetzt, so alle Beteiligten, müsse dies schnell umgesetzt werden und zwar Sektor-übergreifend (Bürger, Wirtschaft und Industrie, Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion, Transport und Energie).