Entführter 13-Jähriger nach 42 Tagen wieder freigelassen

Am frühen Montagmorgen haben Entführer einen 13 Jahre alten Jungen, den sie vor 42 Tagen bei einem gezielten bewaffneten Überfall in Genk in der Provinz Limburg mitgenommen hatten, wieder freigelassen. Nur kurz danach führte die Polizei eine große Aktion gegen die Bandenmitglieder durch, nach dem sicher war, dass dem Jungen nichts mehr passieren konnte. Die Entführer hatten mehrere Millionen Lösegeld gefordert.

Das Drama begann vor 42 Tagen, als eine offenbar professionelle und schwer bewaffnete Bande in der Nacht vom 20. auf den 21. April den 13 Jahre alten Jungen aus Genk entführte. Bei der Entführung wurden auch andere Personen mit Waffen bedroht. Die Entführer verlangten mehrere Millionen Euro von den Eltern für die Freilassung des Kindes (nach VRT NWS-Informationen 5 Mio. €). Ob Lösegeld gezahlt wurde, ist nicht bekannt. Doch am frühen Sonntagmorgen wurde der 13-Jährige freigelassen.

Das war für die Polizei der Startschuss, zu einer großangelegten Aktion gegen die Entführer auszuholen, bei der mehrere Personen festgenommen wurden. Im Vorfeld hatte die Polizei mit allen Kräften versucht, den Jungen zu finden, doch auch dutzende Telefontaps brachten keinen Erfolg.

Laut Staatsanwaltschaft ging die Polizei sehr vorsichtig vor, um das Leben des Jungen nicht zu gefährden: "Es gab eine Vielzahl von Kontakten zwischen den Entführern und der Familie. Zweimal gab es ein Lebenszeichen. Während der gesamten Periode stand das Leben des Kinden vorne an. Das war der Leitfaden unserer Ermittlungen."

Am Sonntagmorgen erfolgte eine umfassende Polizeiaktion gegen die mutmaßlichen Entführer. Bei Razzien in 12 Häusern und Wohnungen wurden 7 Verdächtige festgenommen, die dem Haftrichter vorgeführt werden. Alle bisher verhafteten Personen sind bei Polizei und Justiz nach Angaben der Staatsanwaltschaft Limburg keine Unbekannten. 

Warum der Junge entführt wurde, ist noch nicht bekannt, doch es könnte sich dabei nach Informationen der Justizredaktion von VRT NWS um eine Abrechnung im Drogenmilieu gehandelt haben. Der Vater und ein Onkel des entführten Kindes waren in der Vergangenheit in einen Drogenfall verwickelt, für den der Onkel noch immer im Gefängnis sitzt. Am Montagnachmittrag konnte VRT NWS in Erfahrung bringen, dass fast alle Verdächtigen in diesem Fall von Polizei und Justiz radikal-islamistischen Kreisen zugeordnet werden. Darunter ist auch mindestens ein ehemaliger Syrien-Kämpfer. 

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