Flanderns Seniorenwohnheime dürfen ab dem 8. Juni wieder neue Bewohner aufnehmen

Die flämischen Senioren- und Pflegeeinrichtungen dürfen ab Montag, den 8. Juni, wieder neue Bewohner aufnehmen. Dies teilte die flämische Landesagentur für Pflege und Gesundheit am Sonntag offiziell mit. Beim Personal und bei den Gewerkschaften in diesen Pflegebereich regt sich aber Unmut dagegen, denn nach dem Höhepunkt der Corona-Gesundheitskrise, die auch und gerade in diesem Sektor hart zugeschlagen hatte, sind die Mitarbeiter dort am Ende ihrer Kräfte.

Seit dem 12. März wurden bis auf Ausnahmen bei Härtefällen in Flandern keine neuen Bewohner mehr in den Alten- und Pflegeheimen aufgenommen - aus verständlichen Gründen, galten diese doch rasch als Hochburgen des Virus und dort leben vor allem in Sachen Covid-19 mehrheitlich hochbetagte Risikopatienten.

Jetzt, einige Tage, nach dem auch wieder unter strengen Auflagen in diesen Einrichtungen zugelassen sind, sollen dort auch wieder neue Bewohner einziehen können. Dies lassen die flämischen Landesbehörden aufgrund der deutlich sinkenden Fallzahlen in der Coronastatistik wieder zu.

Doch beim Einzug neuer Bewohner in den Heimen gilt es, Auflagen zu beachten, wie die flämische Landesagentur für Pflege und Gesundheit dazu bemerkt: „Jede neue Zulassung eines Bewohners erfolgt erst nach einer Empfehlung des Hausarztes, des Koordinationsarztes der jeweiligen Einrichtung und nach einem Gutachten durch den Verwaltungsrat des Heimes.“

Trägt ein Antragsteller das Coronavirus kann er abgewiesen werden, aber nur, wenn sich jemand um den Betreffenden kümmern kann, so die Agentur.

Inzwischen machen sich Ärzteverbände und Gewerkschaften Sorgen über den Zustand in diesen Heimen, denn dort würden zum einen noch stets ab und zu Bewohner mit dem Virus infiziert und würden dort auch an dem Virus sterben und zum anderen sei das dort arbeitende Pflegepersonal ausgepowert und würde eine eventuelle zweite Welle mit Covid-19 nicht mehr bewältigen können.

Zu diesem Schluss kommt unter anderem die belgische Filiale der NGO Ärzte ohne Grenzen, die belgienweit in den vergangenen Wochen und Monaten zur Unterstützung der Pflegepersonale in 129 Wohnheime gegangen war. 

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